Syrien, Irak, Jemen, Libyen – zerfallende Staaten, Restauration oder Neuordnung?

Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin
am Freitag den 27. Mai 2016 um 19:00 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Fast 100 Jahre nach dem Sykes-Picot Abkommen wurden im Nahen Osten wieder Linien gezogen. Die Obama Administration warnte das Assad-Regime vor dem Einsatz von Chemiewaffen. Die »roten Linien« wurden aber zigfach überschritten, die betroffene Bevölkerung erleidet unfassbare Qualen. Aber wirklich stören, tut es letztlich niemanden. Die Barbaren des IS verwandeln die Levante in eine islamistische Hölle. Die Gegnerschaft gegenüber dem IS aber, ist kein Ausweis einer humanistischen oder progressiven Gesinnung. Im Gegenteil: Die Allianz aus Russland, Assad-Regime, Hisbollah und Iran ist sowohl für die Syrer, wie für die umliegenden Staaten insbesondere Israel nichts anderes als die Wahl zwischen Pest und Cholera.

(Nicht nur) Deutschland steht dabei – wie so oft – fest an der Seite der Autokraten. Sei es der Deal gegen die Flüchtlinge mit Erdogan oder die wieder aufblühenden Beziehungen zum Mullah-Regime in Teheran. Die Linke wiederum projiziert ihre Vorstellungen eines »kämpfenden Volkes« auf die Kurden und halluziniert eine Einheit, die es in der Praxis nicht gibt. Was am Ende für die syrischen Kurden dabei rauskommt, ist ungewiss.

Um in dieses komplizierte Geschehen zumindest etwas Ordnung zu bringen und den Blick auf die tatsächlichen Verhältnisse zu lenken, spricht Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e.V.) mit uns. Sicher jemand, auf den der in Deutschland sonst eher als Schimpfwort gebrauchte Titel des »Nahost-Experten« am ehesten zutrifft.

Medienpartner: Logoklein

Straight to Hell!

Weg mit den braunen Zonen! Weg mit der AfD!

Demonstration an Himmelfahrt (Donnerstag, 5. Mai 2016),
15:00 Uhr in Bornhagen/Thüringen.

Bornhagen ist ein Nest im Thüringischen Eichsfeld. Dort wohnt nicht nur der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, die wohl unangenehmste Gestalt der an unangenehmen Gestalten nicht gerade armen Führungsriege der Partei. Bornhagen steht vielmehr pars pro toto für die Dutzenden Käffer, in denen die Alternative Futterneid, Enthemmung und Wutbürgertum heißt. Vermiesen wir dem Thüringer AfD-Häuptling und seinem Wahlvolk durch unsere bloße Anwesenheit ihr Himmelfahrtsvergnügen und sagen: Go straight to Hell!

Spätestens seit den letzten Landtagswahlen sind sich alle einig. Selbst diejenigen, die angesichts von Pegida, der Nazi-Riots von Freital oder Heidenau noch von einem ostzonalen Problem sprachen, glauben seit dem Einmarsch der AfD in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zu wissen: Der wutbürgerliche Anti-Establishment-Gestus, der seinen organisatorischen Ausdruck in der Truppe um Frauke Petry, Alexander Gauland und Björn Höcke gefunden haben, ist ein gesamtdeutsches Phänomen. In der Tat zeigen die Wahlergebnisse von bis zu 15 Prozent im Westen, dass die AfD auch dort über eine große Anhängerschaft verfügt. Dennoch basiert die Rede von einem gesamtdeutschen Phänomen oder, direkt damit verbunden, einem flächendeckenden rassistischen Normalzustand vielfach auf einem interessierten Missverständnis. Vor allem den Vertretern des etablierten ostdeutschen Politbetriebes – von den ehemaligen Blockflöten bis zur Linkspartei – ist daran gelegen, die Amokläufe der Landeskinder/Ost zu verharmlosen, indem sie diese mit den Vorgängen jenseits der ehemaligen Zonengrenze aufwiegen.

Die Ossis des Westens

In letzter Konsequenz ist die Rede von den gesamtdeutschen Phänomenen AfD ein Angriff auf die Unterscheidungsfähigkeit, die zu den zentralen Voraussetzungen von Erkenntnis und Kritik gehört. Allen Angleichungen zum Trotz gibt es im Hinblick auf die Alternative für Deutschland nämlich ein dreifaches Gefälle: Die Partei ist eher – und darauf liegt die Betonung – ein Ost- als ein Westphänomen, sie findet ihre Wähler eher im ländlichen und mittelstädtischen Raum als in den Ballungszentren und sie ist eher in abgewirtschafteten als in boomenden Regionen erfolgreich.

Der Aufstieg der AfD im Westen geht nicht zuletzt darauf zurück, dass als Folge von Deindustrialisierung, dem Ende des Wohlfahrtsstaates, Arbeitslosigkeit und Prekarisierung auch dort in einigen Regionen ein Sozialtypus entstanden ist, dessen Vertreter wissenschaftlich exakt als Gefühlszonis bezeichnet werden können. Seiner Herausbildung kam eine Veränderung der öffentlichen Meinung entgegen: Gilt der qualifizierte Ausländer inzwischen als Bereicherung der Gesellschaft, sorgen die Angewohnheiten und Verhaltensweisen der vielbeschworenen Modernisierungsverlierer überall für Spott. Das ist nicht nur ein Signal an die bereits Abgehängten, sondern auch an den traditionellen, vom Abstieg bedrohten Mittelstand, der aufgrund fehlender Fremdsprachenkenntnisse und Computerskills befürchten muss auf der Strecke zu bleiben. Wie ihre Gesinnungsgenossen im Osten sehnen sich die Zornis des Westens nach dem traditionellen Volksstaat zurück, der vor den Anforderungen des internationalen Marktes beschützt und zumindest teilweise von der Sorge um den Verkauf der Ware Arbeitskraft befreit. Sie kämpfen gegen die drohende oder bereits stattgefundene Deklassierung und für eine staatliche Sozialpolitik, bei der wieder der Geburtsort darüber entscheidet, wer bei der Verteilung der Staatskohle bevorzugt wird.

Das ist auch der Dreh- und Angelpunkt ihrer regelmäßigen Bezüge auf die Nation. Die emotionale Bindung ans Vaterland ist weniger über die Nationalhymne vermittelt, die auch der herkömmliche AfDler kaum noch kennt, als über die alte D-Mark. Sie ist zum Symbol dessen geworden, was sich längst ins Zentrum des Nationalbewusstseins geschoben hat: das Sozialsystem (Krankenversicherung, Rentensystem, Arbeitslosengeld usw.), das inzwischen ebenso zur Disposition steht wie vor einigen Jahren die alte Währung. Das aufgedrehte Deutschland-Gedudel der AfD heißt weniger, dass man fürs Vaterland endlich wieder in den Schützengraben kriechen will, sondern dass sich Abstammung wieder lohnen soll.

Modell Islam

Dass sich diese Sehnsucht regelmäßig in Warnungen vor einer Islamisierung ausdrückt, mag zunächst willkürlich erscheinen. Und tatsächlich waren die einschlägigen Anti-Islam-Parolen von AfD und Co. stets auch Chiffren für ordinäre Ausländerfeindlichkeit. Das gilt nicht zuletzt für das seit Jahren von Parteienforschern beschworene „rechtsextreme Wählerpotential“, das die AfD überall abgreifen konnte. Trotzdem ist es kein Zufall, dass der Islam zum Symbol für die Krise des Etatismus wurde. Denn im Zuge der Umgestaltung des Wohlfahrtsstaates wurden zahlreiche Behördenaufgaben an gesellschaftliche und private Initiativen delegiert. So erhielt etwa die Familie als Betriebs- und Bedarfsgemeinschaft neue Bedeutung. Insbesondere in den Regionen, die der AfD und ihrer inoffiziellen Vorfeldorganisation Pegida als Vorhöfe zur Hölle gelten, in Kreuzberg, im Ruhrpott usw., gewannen auf den Feldern, die der Staat bei seinem Rückzug aufgab, islamische Institutionen und Communities an Boden.

Der Islam stellt die praktischen Mittel und das ideologische Rüstzeug bereit, um das Elend zu verwalten, für die sich der Staat nicht mehr verantwortlich fühlt. Krankenversicherung, Arbeitslosenunterstützung, Altersvorsorge? Das alles hat die Sippe zu gewähren. Religiöse Vorschriften, patriarchale Strukturen und Zwangsbindungen verbürgen die Haftung der einzelnen Mitglieder füreinander, Familiengerichte und Brüderverbände übernehmen den Job von Justiz und Polizei. Auch wenn hierzulande gezögert wird, islamischen Gangs auch offiziell staatliche Aufgaben zu übertragen, zeichnet sich ab, was z.B. in britischen Großstädten längst klare Konturen gewonnen hat: Um Kosten bei Integration und Verwaltung zu sparen, nimmt der Staat die integrierende Kraft islamischer Institutionen in Beschlag. So vollzog sich der Aufstieg des Islams zur Ideologie der Entrechteten europaweit nicht nur parallel zum Niedergang des Sozialstaates, sondern zwischen beiden Entwicklungen besteht ein unmittelbarer Zusammenhang.

Der Otto-Normal-AfDler ist so stark auf den Islam fixiert, weil er für ihn Wunsch- und Angstbild in einem ist. Er sehnt sich auf der einen Seite nach dem Aufgehen des Einzelnen in der Gemeinschaft, dem Bedeutungszuwachs der Familie, traditionellen Rollenbildern und der Erlaubnis zum Losschlagen. Die Feindschaft gegen die Anhänger des Propheten geht in AfD-Kreisen insofern oft auf Neid zurück – die Umma ist die ersehnte Volksgemeinschaft. Auf der anderen Seite wird der Rückzug des traditionellen Wohlfahrtsstaates, der den Aufstieg des Islams zur Instanz großstädtischer Elendsverwaltung beförderte, hingegen befürchtet: Die islamischen Communities erinnern den bedrängten Mittelstand und die bereits Abgehängten auch an ihr eigenes Schicksal.

Besonderheit West

Neben den tatsächlichen oder halluzinierten Weltmarktverlierern spricht die Partei im Westen jedoch noch eine weitere Klientel an. Wenn es die dortigen Gefühlszonis nicht gäbe, könnte man den Eindruck gewinnen, dass unter dem Namen AfD in den alten und in den neuen Bundesländern zwei verschiedene Vereine auftreten, die um zwei unterschiedliche Wählergruppen werben. Denn trotz des Rückzugs von Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel aus der Partei ist der wirtschaftsliberale Flügel im Westen noch stark vertreten. Mehr noch: Seine Vertreter scheinen dort die Alphahähne innerhalb der AfD zu sein.

Die wirtschaftsliberale Fraktion spricht ein Publikum an, das es in der Zone kaum gibt: die traditionellen Wohlstandschauvinisten. Aus diesem Grund ging die AfD in Ost und West auch mit unterschiedlichen, teils gegenläufigen Parolen auf Wählersuche. So dürften die Forderungen nach der Abschaffung des gesetzlichen Mindestlohnes und der Senkung des Hartz-IV-Satzes, mit dem die Partei im Westen hausieren ging, beim AfD-Volk/Ost auf Ablehnung stoßen. Im weniger proletarischen Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz dürften sie der Partei dagegen einige Stimmen eingebracht haben. Das traditionelle, in beiden Ländern stark vertretene Mini- und Kleinunternehmertum ist von Saisonarbeitern, billigen Zulieferern usw. abhängig. Bei ihm hat sich der Traum vom starken Staat, der seine Interessen wahrt, vielfach mit dem Wunsch verbunden, nicht von den Ansprüchen des Prekariats belästigt zu werden.

Kurz: Sieht man von Neonazis und anderen klinischen Fällen, den Chem-Trail-Spezialisten, Spiritisten und weiteren Irren, ab, die sich von der AfD dies- und jenseits der Zonengrenze angesprochen fühlen, dann herrscht unter ihren Wählern im Osten die Sehnsucht nach einer Art – im Wortsinn – nationalem Sozialismus vor, der sein Vorbild in einer autoritäreren Version der sozialdemokratischen Rundumfürsorge der Ära Schmidt hat. Für ihre westlichen Wähler gibt die Partei dagegen eine Reinkarnation des Nationalliberalismus der Bismarck-Ära.

Epizentrum Ost

Weil es diesen Sozialtypus im Osten kaum gibt, die Zahl der tatsächlichen oder halluzinierten Weltmarktverlierer dort wesentlich größer ist und die Linkspartei mit ihrer Propaganda für einen autoritären Sozialismus und ihrem „Belogen-und-Betrogen“-Gejammer den Boden für die AfD bereitet hat, befindet sich die größte Fanbase der Partei auch weiterhin dort. So wurden die Wahlergebnisse, die die AfD in den alten Bundesländern erzielen konnte, in Sachsen-Anhalt noch einmal um mindestens zehn Prozent übertroffen. Umfragen bestätigen diesen Trend: Auch die Bewohner der anderen Zonenländer würden ihre Westverwandtschaft deutlich übertrumpfen, wenn man in den nächsten Wochen Demokratieoffensive spielen und sie an die Wahlurnen lassen würde.

Dieser Unterschied wird noch offenkundiger, wenn man das unterschiedliche Klima betrachtet, in dem die AfD in Ost und West agiert. Die Rede ist von den Handfestigkeiten, mit denen Nazis und andere Wutbürger in den letzten Monaten gegen Ausländer vorgegangen sind: Brandanschläge, deren Täter heimlich und nachts kommen, gibt es auch im Westen. Ansonsten kommt der Protest gegen Asylbewerberheime dort in der Regel jedoch zivilgesellschaftlich mit Bürgerinitiative und Unterschriftensammlung daher. Die Volksaufläufe, Krawalle und Blockadeaktionen sind hingegen fast ausschließlich ostzonale Phänomene. Setzt man die Bevölkerungszahl, den Anteil von Ausländern und die Zahl von Übergriffen zueinander ins Verhältnis, dann gilt zudem immer noch: Für einen Syrer ist es mindestens siebenmal gefährlicher, eine Diskothek in Guben als eine in Gießen zu besuchen.

Warum Bornhagen?

Es würde sich also eigentlich überall in der Ostzone – und in einigen Regionen des Westens dazu – anbieten, gegen die AfD zu demonstrieren. Dass wir uns dennoch für Bornhagen im thüringischen Eichsfeld entschieden haben, hat zwei Gründe: Zum einen lebt jemand in dem 300-Seelen-Kaff, der zu den wohl unangenehmsten Gestalten der Partei gehört: der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke, der erst vor einigen Monaten mit der Rede von einem „afrikanischen Ausbreitungstyp“ für Aufmerksamkeit sorgte. Zum anderen haben wir uns für Bornhagen entschieden, weil es gute Gründe dafür gibt, dass sich der im Westen aufgewachsene Höcke dort so wohl fühlen kann, dass er aus Hessen, wo er im Schuldienst tätig war, dorthin übersiedeln konnte: Der Ort ist so etwas wie das idealtypische AfD-Nest: Es liegt eher im Osten als im Westen, ist eher Dorf als Großstadt und eher abgehängt als prosperierend. Wohl auch deshalb erreichte die Partei dort schon zu einem Zeitpunkt, als sie noch in den Kinderschuhen steckte, erstaunliche Wahlergebnisse. Bei den letzten Thüringer Landtagswahlen im September 2014, also noch vor der Flüchtlingskrise, erzielte die AfD in Bornhagen mit 36,5 Prozent ihr absolutes Rekordergebnis.

Seit Höckes Zuzug und dem Aufstieg der AfD haben im Eichsfeld zudem militante Nazis, zu denen Höcke eine eher kreative Abgrenzungspolitik pflegt, an Stärke gewonnen. Für die wenigen Andersdenkenden der Region, mit denen wir uns ausdrücklich solidarisieren, ist es in diesem nie sehr wirtlichen Landstrich damit noch schwerer geworden. Es gibt insofern genügend Gründe, um in Bornhagen zu protestieren. Umso verwunderlicher ist es, dass bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist, Höcke in seinem Heimatort auf den Zahn zu fühlen. Das ist auch der Grund für unsere Demonstration: Weil es sonst keiner tut, haben wir uns entschlossen, unsere Elfenbeintürme und Hartz-IV-finanzierten Großstadtvillen ausnahmsweise einmal zu verlassen, nach Bornhagen zu fahren und dem Björn zu zeigen, was eine Höcke ist. Vermiesen wir den AfD-Dörflern genau den Tag, an dem sie mal wieder so ausgelassen sein wollen wie sonst wohl nur dann, wenn jemand als Sau durch den Ort getrieben wird. Vermiesen wir ihnen durch unsere bloße Anwesenheit Christi Himmelfahrt!

Antideutsche Aktion Berlin (ADAB), Antifaschistische Gruppen Halle, Association Progrès Eichsfeld im April 2016

straighttohellbornhagen.word­press.com

facebook.com/raus.aus.der.scheisse

Der Tölva-T(r)ick.

»Vor allem von männlichen Antideutschen wurde und wird in sozialen Netzwerken wiederholt auf vermeintliche oder tatsächliche Sexismen muslimischer Männer hingewiesen und sich dann gegenseitig in Form von Likes und Shares auf die digitalen Schultern geklopft«, behauptete der Autor Jan Tölva in der linken Wochenzeitung Jungle World. Doch weder im Artikel, noch in der darauf folgenden Diskussion, hielt er es für nötig, auch nur einen Beweis für seine steile These anzuführen. So what! Stattdessen windet er sich auf Facebook in Ausflüchten: »Das Ganze spielte sich auch eher in sozialen Medien und in Form von Wortmeldungen von Einzelpersonen ab. Namen nennen kann und will ich da aber keine.«

Tölva, der in der Vergangenheit nicht durch fundierte Ideologiekritik aufgefallen ist, schielt wie alle Populisten auf den Applaus eines bestimmten Rackets, an einem Erkenntnisgewinn ist er nicht interessiert. Es ist hinlänglich bekannt, dass nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht rassistische Kommentare – gerade im Cyberspace – massenhaft veröffentlicht und verbreitet wurden. Absurd wäre es anzunehmen, dass unter diesen Vollpfosten kein einziger sich als antideutsch definierender Einfaltspinsel gewesen ist. Aber der von Tölva ins Spiel gebrachte Topos des »männlichen Antideutschen« bleibt dabei genauso nebulös, wie die soziologischen Kriterien, die diesen erklären sollen.

Ohne Not diese Formulierung zu wählen, statt möglicherweise von »einigen antideutschen Armleuchtern« zu sprechen, soll suggerieren, dass »nicht-männliche Antideutsche« derartigen Kokolores niemals von sich geben würden. Wer bisher glaubte, selbst die absurdesten Vorwürfe gegenüber den Antideutschen aus dem EffEff zu kennen, der muss neidlos anerkennen, der T(r)ick, das äußerst beliebte Feindbild mit zur Hilfenahme eines solchen Kniffs zu denunzieren, erweist sich zumindest als äußerst innovativ. Doch ist er genauso unzutreffend, wie all die unzähligen Vorhaltungen zuvor.

Traumschiff Surprise

»So oder so bleibt der Beigeschmack, dass hier weiße, europäische Männer im Grunde wenig anderes tun, als sich gegenseitig zu versichern, sie seien viel fortschrittlicher und frauenfreundlicher als die zu einem monolithischen Block zusammengeschmolzenen Männer muslimischen Glaubens.« Jan Tölva, Jungle World 2/16

Projektionen sind tückisch, erweisen sich nur zu oft als Bumerang, weil sie das eigene geistige Panoptikum offenbaren. Den Habitus des Kritikers an »weißen, europäischen Männern« nimmt dem weißen, europäischen und männlichen Autor niemand ab. Fortschrittlich und frauenfreundlich sind in dieser Lesart ausschließlich diejenigen, die sich von den »männlichen Antideutschen« zunächst brav distanzieren. Das Spielchen der Zugehörigkeiten, Identitäten und Distinktionen kann beginnen. Surprise: Gewisse Teile der Leserschaft fühlten sich angesichts solcher Formulierungen gebauchpinselt, selbstverständlich klopfte man sich in diesen Kreisen »gegenseitig in Form von Likes und Shares auf die digitalen Schultern«. Say what? Mit Gesellschaftskritik hat das nichts zu tun, sondern mit der nicht nur in diesem Milieu üblichen Bestätigung der eigenen Ressentiments.

Zahlende Konsumenten wollen in ihrer täglichen Morgenlektüre lesen, was sie längst schon wissen. Sie erwarten die Bestätigung ihrer Identität. Passenderweise gibt es für jedes Töpfchen den optimalen Deckel: »Ausländer nehmen uns die Arbeitplätze weg«, »Männer sind Schweine« oder »die Banker an unserem Unglück schuld«. Jeder, der solche Vorurteile sein eigen nennt, hat die dementsprechende Hauspostille. Verbindendes Element ist die Verachtung des jeweils Anderen. Über den Horizont hinaus gehende Erkenntnisgewinne sind nicht erwünscht. Nur so bleibt das eigene Gedankengerüst stabil.


Die Kratzer in der Platte

»Während also ein Teil der queerfeministischen Szene weiterhin mit Antisemitismus kokettiert, geht solidarische Kritik auch insbesondere in ideologiekritischen Kreisen beinahe unter im immerwährenden Plätschern von Artikeln und Hinweisen auf das altbekannte islamische Frauenbild. Beispielhaft sind hier etwa die Behauptungen von »Islamexpertinnen« wie der ehemaligen Femen-Aktivistin Zana Ramadani, die im Interview mit der Welt die Frage, wie die »islamischen Werte« denn in die Männer reinkämen, wie folgt beantwortete: »Die Frauen haben die Werte, unter denen sie selbst oft gelitten haben, so verinnerlicht, dass sie sie sowohl an ihre Söhne als auch an ihre Töchter weitergeben.« Scheinbar unabhängig von der konkreten Debatte spielen ideologiekritische Islamkritiker ihre gewohnte Platte ab und bestätigen sich mal wieder in ihrer eigenen Identität, die sie in einer einseitigen, teilweise sexistischen Islamkritik ausleben. Wer Frauen, um ihrer selbst, jedoch gegen ihren Willen, das Kopftuch ausziehen möchte, aber auf kindisch-rebellische Art und Weise auf Begriffen wie »Hurensohn« besteht, hat vielleicht die Religionskritik formuliert, die man im hiesigen Queerfeminismus vermisst, blendet jedoch die real existierenden patriarchalen Verhältnisse aus.« Dora Streibl, Jungle World 4/16

Während-auch oder jedoch-aber-Sätze sind die absolute Krönung des ausgewogenen Sprechs. Das wissen alle Wohlmeinenden. Im ideologiekritischen Rhetorikseminar werden solche verbalen Missgeschicke als heiße Luft mit Stützrädern bezeichnet. So true! Die neue Mitte, eigentlich ein sozialdemokratisches Produkt des letzten Jahrhunderts, scheint im Rahmen des Retro-Trendes wohl wieder absolut angesagt zu sein. Wortklumpen wie »Hurensohn« waren allerdings niemals en vogue, noch werden sie es jemals sein. Zurück zum Gegenstand: Dora Streibl nutzt die hier zitierte Perle postmoderner Rhetorik, um einerseits klarzustellen, dass sie abgewogen, beinahe neutral, das Geschehen beurteilt und andererseits ist es der perfide Versuch, eine plausible Aussage, der von ihr durch Anführungszeichen herabgesetzten Islamkritikerin Zana Ramadani, völlig zusammenhangslos zu denunzieren.

Die Autorin konstruiert eine Kohärenz, die so nie existierte. Die meisten relevanten, »ideologiekritischen Islamkritiker« und antideutschen Gruppen veröffentlichten weder vorschnell irgendwelche Statements im Zusammenhang mit den Übergriffen in Köln zu Silvester, noch lebten sie massenhaft in den sozialen Medien ihre »einseitige sexistische Islamkritik« aus. Es herrschte vielmehr Schweigen im Walde. Die »gewohnte Platte« spulten dagegen die Kritiker »der Antideutschen« ab. Wie üblich ohne Substanz, »unabhängig von der konkreten Debatte«, statt dessen mit einem neuen Kniff. »Männliche Antideutsche« und »ideologiekritische Islamkritiker« sind die neuesten Kratzer, weshalb die emanzipatorische Platte einfach nicht rund laufen will.

Der Meta ihre Ebene.

»Komm mal runter man. Wir reiten den Staatsverrat gen Sonnenuntergang. Denn solange die Pegida marschiert, ist unser Magazin geladen und wieder geschmiert. Überall Missgunst und peinliche Argwohn. Wofür hat son Flüchtling eigentlich nen Smartphone? Brat mir einer nen Jauch, schlag mir einer…« Dendemann, Zurück #TheRappening

Wer aus feministischen Gründen rassistisch, beziehungsweise aus rassistischen Gründen feministisch argumentiert, der rüttelt kräftig am Ohrfeigenbaum. Dies gilt gleichwohl für solche Spezialisten, die glauben, Kritik am Islam bedeutet kollektive Vorverurteilung, deren Strafbedürfnis jenen Geisterfahrern gleicht, die einen »Todesstrafe für Kinderschänder«-Aufkleber in der Heckscheibe zu kleben haben oder behaupten, die Aufnahme von einer Million Flüchtlingen übersteige die Kapazität der größten Wirtschaftsmacht in Europa. Fuck you!

Ohne jetzt in sinnlosen Definitionsdebatten komplett zu versumpfen, Antideutsche sind die entschiedensten Gegner jeglichen Kollektivismus, verachten Stereotype und Ressentiments. Sie träumen nach wie vor von einer Assoziation der freien Individuen. Dies ist bestimmt keine neue Erkenntnis, muss aber angesichts der bescheidenen Zustände gebetsmühlenartig betont werden. Und wenn wir gerade bei den Selbstverständlichkeiten sind: Rassisten können möglicherweise »antideutsch« sein, aber Antideutsche niemals rassistisch. Over and out!

Antideutsche Aktion Berlin im Februar 2016

#makezoopay

makezoopay

Zookinder

Am 20. September 1913 kam Carla Simon zur Welt. Am gleichen Tag wurde ein Elefantenbaby im Berliner Zoo geboren und nach ihr benannt. Carla ist eines der sogenannten »Zookinder«. Eines der Kinder, deren Eltern Zooaktionäre sind und die deshalb den Zoo mit ihren Familien kostenlos besuchen dürfen. Gerade während der Zwischenkriegszeit war der Berliner Zoo einer der beliebtesten Treffpunkte der Berliner Bürger. Einige der »Zookinder« erinnern sich noch heute an dort glücklich verbrachte Kindheitstage. Nicht, weil der zoologische Garten im Berliner Ortsteil Tiergarten der älteste Zoo Deutschlands ist, oder weil er als artenreichste der Welt gilt. Sondern weil es ihr Zoo war. Zumindest bis 1938. Denn ab da war es Juden verboten, den Zoo zu betreten.

Jüdische Aktionäre

Am Erfolg des Berliner Zoos hatten die Berliner Juden einen großen Anteil: Von den 4000 Aktionären der Zoologischer Garten Berlin AG waren vor dem Nationalsozialismus 1500 Juden. Carlas Vater Walter Simon war nicht nur Aktionär und Mitglied im Aufsichtsrat. Der Zoo war Lebensmittelpunkt für die Familie. Doch bereits in den frühen 1930ern setzte die Ausgrenzung der jüdischen Mitglieder des Aufsichtsrats ein. Geplant wurde, stattdessen Personen mit nationalsozialistischer Gesinnung in den Aufsichtsrat zu berufen. Es gab Widerstand, jedoch ohne Erfolg. Walter Simon, der bis 1933 den Zoo auch juristisch vertreten hatte, teilte im selben Jahr desillusioniert sein Ausscheiden mit. Die Familie Simon besuchte den Zoo danach nicht mehr, der ihr viele Jahre als Ort gesellschaftlichen Austauschs gedient hatte.

Im Zuge der so genannten »Arisierung« war es den jüdischen Aktionären ab 1938 nicht mehr möglich, ihre Aktien zu vererben oder weiterzuverkaufen – sie konnten ihre Wertpapiere lediglich zu Schleuderpreisen an den Zoo übertragen, der diese dann wiederum an nichtjüdische Deutsche verkaufte. Die Entrechtung und der Raub waren die Vorstufe zur Vernichtung. So musste auch Walter Simon seine Wertpapiere im Dezember 1938 verkaufen. Carla Simon konnte mit ihrem Ehemann 1936 nach London fliehen. Walter Simon und seiner Frau gelang die Auswanderung nicht mehr, sie wurden 1942 in Riga ermordet.  

Der Berliner Zoo im Nationalsozialismus

Bis heute hat der Zoo nicht angemessen Stellung bezogen. Wie so viele andere deutsche Unternehmen, hat auch der Zoo lange gewartet, um sich zu diesem Teil seiner Geschichte zu verhalten. Die Resultate, eine Gedenktafel am Antilopenhaus und eine Studie über die Rolle des Berliner Zoos während des Nationalsozialismus, bleiben klägliche Versuche, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Historikerin Monika Schmidt – die die Studie letztlich publizierte – stellte fest, dass der Zoo seine jüdischen Aktionäre „aktiv, systematisch und aus freien Stücken“ verdrängte und beraubte. Noch im Mai 2015 hielt Zoodirektor Andreas Knieriem eine Rede anlässlich der Verlegung eines Stolpersteins für Hilde Singer, auch eines der »Zookinder« und Tochter jüdischer Anteilseigner. Knieriem erwähnte den Nationalsozialismus nicht einmal. Kein Wort des Bedauerns über das unsagbare Unrecht fand der Zoochef für die enttäuschten Angehörigen.

Im Dezember 2015 folgt nun die Kehrtwende. Getrieben von den Recherchen der Historikerin Schmidt, gibt der Zoo-Direktor das Versprechen: ab jetzt werde auch „die dunkle Seite der Geschichte des Zoos“ wahrgenommen. Entschädigungen werden aber weiterhin ablehnt. Stattdessen setzt man auf eine Ausstellung und eine weitere Hinweistafel. Das alles geschah durch Druck von außen. Sowohl wenige Überlebende der Shoah, als auch einige Kinder ehemaliger Aktionäre haben durch unzählige Briefe und Bitten dazu beigetragen.

Es passt nur allzu gut ins Bild, dass es im Zoo eine Büste für den von 1932 bis 1945 tätigen Zoodirektor Lutz Heck gibt. Ein Freund Hermann Görings, der bereits 1933 ein Fördermitglied der SS war und es sogar bis zum Leiter der NS-Naturschutzbehörde schaffte. Ein weiteres Beispiel für den ignoranten Umgang mit den ehemaligen jüdischen Aktienbesitzern stellt – zumindest bis heute – die Homepage des Zoos dar: Der 2. Weltkrieg wird in einem Satz abgehandelt und lediglich die „zerstörten Bauten“ des Zoos bedauert, um dann sofort zum Aufbauwerk der Nachfolgerin Hecks überzugehen. Der Raub jüdischen Eigentums und die Ausgrenzung und Vernichtung der Juden wird mit keiner Silbe erwähnt. Wir sind uns allerdings sicher, dass wir hier bald eine Sonderseite zum Thema finden werden. Eine kleine Abbitte in HTML-Format. Das wäre ganz im Stil der bisherigen Auseinandersetzung in dieser Institution.

Erinnerung als höchste Form des Vergessens

In der BRD ist es mittlerweile Tradition, zu diesem Thema pathetische Reden zu halten und sich in Bekenntnissen über die deutsche Schuld an der Shoah zu übertreffen. Doch all das wohlfeile Gerede von Verantwortung führt selten zu materieller Entschädigung. Obwohl Deutschland einerseits durch die Enteignung, andererseits auch mittels der Zwangsarbeit sowie der Ausplünderung der von Deutschland kontrollierten Gebiete finanziell enorm profitierte. Angefangen bei den viel zu niedrigen »Wiedergutmachungszahlungen« der jungen Bundesrepublik an Israel, die wohlgemerkt aus politischem Kalkül und nicht aus einem schlechten Gewissen heraus geleistet wurden, mussten sich viele Opfer des deutschen Vernichtungswahns, wenn überhaupt, mit heuchlerischen Gesten und symbolischen Beträgen begnügen. Heute mangelt es vielen der noch lebenden Holocaustüberlebenden allerdings gerade an finanzieller Unterstützung für das Nötigste.

Unsere Forderungen

Es gibt keine Wiedergutmachung für die Shoah. Dies darf den Profiteuren der »Arisierung« allerdings nicht als Entschuldigung oder Ausrede dienen, noch nicht einmal einen materiellen Ausgleich zu schaffen: Die Kinder und Kindeskinder der jüdischen Anteilseigner, so auch die Erben Walter Simons, haben bis heute nichts von den Investitionen ihrer Eltern und Großeltern in den Zoo gesehen, diesbezügliche Anfragen an den Zoo wurden abgeblockt.

Wir fordern, dass die Zoologischer Garten Berlin AG und das an ihr beteiligte Land Berlin die Nachfahren der rechtmäßigen Anteilseigner ausfindig macht und ihnen endlich eine Entschädigung zahlt – samt dem Wertzuwachs, den die Aktie seitdem durchlaufen hat. Momentan ist die Aktie etwa 4000 € wert, mindestens diese Summe wäre also angemessen. Bei einem regelmäßigen Jahresumsatz im unteren zweistelligen Millionenbereich und jährlich ca. 3 Mio. Besuchern sollte dies möglich sein.

Antideutsche Aktion Berlin im Dezember 2015

#makezoopay

Das Nachleben des Nationalsozialismus

Eine Veranstaltung der AG Antifa Halle
am Samstag den 05. Dezember 2015 um 13:00 Uhr
in der Burse zur Tulpe, Universitätsplatz Halle

70 Jahre nach Kriegsende: Die alten Nazis, die das öffentliche Leben der Bundesrepublik lange prägten, sind tot, die Staatsdoktrin heißt Antifaschismus. So gilt der 8. Mai 1945 den Deutschen längst nicht mehr als Datum der Niederlage, sondern als Tag der Befreiung. Die Bundeskanzlerin nutzte jüngst selbst ihre Neujahrsansprache, um zum Kampf gegen Neonazis und andere tatsächlich oder vermeintlich Ewiggestrige aufzurufen. Hunderttausende folgten ihrem Appell und gingen gegen Pegida und Co. auf die Straße. Wer die ausländerfeindlichen Aufwallungen der letzten Monate, so widerwärtig sie auch sind, vor diesem Hintergrund zu Vorboten eines neuen ’33 erklärt, tut das, was den Konservativen oft von linker Seite vorgeworfen wurde: Er relativiert den Nationalsozialismus.

Eine ähnliche Verharmlosung betreiben auch diejenigen, die die gegenwärtige deutsche Außenpolitik immer nur mit der des „Dritten Reiches“ assoziieren. Die Imperative, die in der einstigen Reichshauptstadt in internationaler Hinsicht formuliert werden, heißen nicht mehr Eroberungswillen und Kampfesmut, sondern Friedensstiftung und Ausgleich. Die Bundesrepublik steht dementsprechend, wie vor einiger Zeit ermittelt wurde, auf dem ersten Platz der Länder, die weltweit das größte Ansehen und die größten Sympathien genießen.

Aus all diesen Gründen stellt sich eine Reihe von Fragen: Lässt sich 70 Jahre nach dem Untergang des „Dritten Reiches“ und 25 Jahre nach dem Ende der Nachkriegsordnung noch von jenem Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie sprechen, das Theodor W. Adorno einst für gefährlicher hielt als gegen sie gerichtete Bestrebungen? Was hat sich im Verhältnis von Kontinuität und Bruch, das die Beziehung der Bundesrepublik zum NS-Staat einmal bestimmte, verändert? In welchem Verhältnis steht das neue Deutschland, das sich modern, weltoffen und geschichtsbewusst gibt, also zum Nationalsozialismus? Und was hat sich am deutschen Blick auf die Vergangenheit verändert? Diesen Fragen soll auf drei Podien nachgegangen werden.


Podium 1
: 13:00–14:30 Uhr
Nationalsozialismus – Das Ende der Geschichte
Robert Zwarg (Leipzig) fragt angesichts interessierter Missverständnisse: War der Nationalsozialismus ein Nationalismus?
Jan-Georg Gerber (Halle) stellt Nationalsozialismus und Stalinismus gegenüber, um den Begriff der NS-Herrschaft zu schärfen: Willkür und Kalkül.

Podium 2: 15:00–16:30 Uhr
Erinnerung – German Gedenken
Jan Singer (Berlin) führt aus, warum die Erinnerung an den Holocaust und das Gedenken an das Leiden der Wehrmachtssoldaten so gut zueinander passen: Unsere Opfer, unsere Täter.
Justus Wertmüller (Berlin) kritisiert die antideutsche Feld-, Wald- und Wiesenauffassung des Nationalsozialismus: Von der Kritik zur Parole.

Podium 3: 17:00–18:30 Uhr
Postnazismus – Past and Present
Johannes Alberti (Halle) fragt, was im Karneval der Kulturen an die Stelle der autoritären Persönlichkeitsstruktur getreten ist: Wo wohnt eigentlich der autoritäre Charakter?
Uli Krug (Berlin) fragt, was aus der mobilisierten Gesellschaft geworden ist: Demokratische Volksgemeinschaft revisited.