Antideutsche Aktion Berlin http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de Mon, 13 Nov 2017 20:08:25 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Eine deutsche Homestory http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/11/07/eine-deutsche-homestory/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/11/07/eine-deutsche-homestory/#comments Tue, 07 Nov 2017 17:26:46 +0000 antideutscheaktionberlin Eigene Texte http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/11/07/eine-deutsche-homestory/ Am 8. November diesen Jahres will der Berliner Kultursenator Klaus Lederer den Top10-Antisemiten Jakob Augstein in seinem Freitag-Salon besuchen. Die beiden Herren wollen „über Mindeststandards, mutige Kulturpolitik und Herausforderungen für Berlin und Europa“ diskutieren. Eigentlich erstaunlich, hatte sich doch gerade Klaus Lederer immer wieder für Israel und gegen die Boykottbewegung BDS engagiert. Doch das ist reine Imagepflege. Wer es besser wissen wollte, hätte diesen zynischen Mummenschanz schon längst durchschauen können. Auf einer israelsolidarischen Kundgebung redete sich Lederer schon vor acht Jahren um Kopf und Kragen:

Meine Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

es fällt mir nicht leicht, hier heute zu sprechen. Das hat mit dem Aufruf zur heutigen Kundgebung zu tun, der eine Solidarität einfordert, die ich so nicht geben kann. Weil ich als Sozialist eine grundsätzliche Schwierigkeit habe, mich pauschal mit Institutionen und Staaten solidarisch zu erklären.“ (1)

Stattdessen solidarisiere er sich mit Menschen – mit allen vom Krieg betroffenen Menschen.

Bei den Opfern kann und werde ich als Sozialist und Humanist nicht unterscheiden zwischen den einen und den anderen. Mit Krieg verbindet sich nicht nur unendliches Leid. Krieg verändert auch die Menschen auf allen Seiten, und Krieg verbindet sich seiner Natur nach im Grunde immer mit unfassbaren Gräueltaten und Verbrechen.“ (1)

Eine Unterscheidung zwischen antisemitischen Terroristen und den Opfern deren Aggression fällt dem Linksparteipolitiker schwer. Er setzt die Zivilbevölkerung sowie die Verteidiger Israels mit den eliminatorischen Antisemiten und ihren menschlichen Schutzschilden gleich:

Frauen, Greise, Kranke, Kinder – all diejenigen, die dieses Leid ertragen müssen, haben mein Mitgefühl und meine Solidarität. Das Opfern Unschuldiger kann nicht gerechtfertigt werden, weder politisch noch moralisch. Egal, ob sie durch die tödlichen Raketen der Hamas getroffen werden, oder ob sie durch Luftangriffe zu Leid kommen, wenn UN-Schulen im Gazastreifen ins Visier kommen.“ (1)

Wer Schuld an dem menschlichen Elend trägt, dessen ist sich Lederer sicher. Die internationalen Gremien „die sich – wie alle Institutionen im internationalen Kräftegefüge – nach wie vor interessengeleitet und bigott verhalten, nicht zuletzt motiviert durch ökonomische Interessen, die sich in ihnen manifestieren“. (1)

„Ja, er ist ein Antisemit“, Rabbiner Abraham Cooper über Jakob Augstein

Das bewusste Geraune über die ökonomischen Interessen im internationalen Kräftegefüge endet zumeist zielsicher bei den dafür verantwortlichen Strippenziehern (2). In allen internationalen Gremien ist es an der Tagesordnung, Israel zu dämonisieren, zu delegitimieren und dem Land gegenüber eine Doppelmoral walten zu lassen. Eine Behandlung, welche, die USA vielleicht ausgenommen, keinem weiteren Land auf der Welt zu teil wird. Die Ablehnung der aktuellen Politik Israels ist eines der wenigen Themenfelder, auf das sich Rechte wie Linke einigen können. Genau an diesem Punkt stimmen auch Jakob Augstein und Klaus Lederer überein.

Der „gebildete Antisemitismus“ eines Jakob Augstein kommt nicht so plump daher wie die Boykottkampagne der hysterischen BDS-Bewegung. Der Versuch, im postnationalsozialistischen Deutschland eine Boykottbewegung gegen Israel erfolgreich zu implementieren, ist wohl eher zum Scheitern verurteilt – allein aus historischen Gründen. Aber die Ablehnung der Netanyahu-Administration, die laut Augstein „so rechts wie die deutschen Rechtspopulisten“(3) sei, teilen große Teile der politischen Elite des Landes.

Monika Schwarz-Friesel, Kognitions- und Antisemitismusforscherin: „Nicht der mehrheitlich verurteilte und verpönte rechtsradikale Vulgärantisemitismus ist heute gefährlich für die Zivilgesellschaft, sondern die unter viel Camouflage als Kritik an Israel verbreitete Judenfeindschaft im öffentlichen Kommunikationsraum… Das ist eines der Hauptprobleme im Kampf gegen den aktuellen Antisemitismus, dass sowohl in der Politik als auch in der Justiz und in der Zivilgesellschaft diese enge, falsche Kontextualisierung… existiert, Antisemitismus sei entweder ein historisches Phänomen, vor allem begrenzt auf die Phase des Nationalsozialismus oder ein Randgruppenphänomen der Gesellschaft, vor allem bei Neonazis und Rechtsradikalen anzutreffen.“ (4)

Das Schweigen der Lämmer

Dass Augstein junior immer noch solch ein Standing im öffentlichen Diskurs besitzt, verdankt er seinen Kollegen, unter anderem auch denen von der Bild. Wie weit es mit der Israelsolidarität bei Springer steht, kann man daran ablesen, dass der stellvertretende Chefredakteur Niklas Blome trotz der Vorwürfe durch das Simon-Wiesenthal-Center (SWC) weiterhin ein Fernsehformat mit Jakob Augstein in einem öffentlich-rechtlichen Spartenkanal betreibt.

Die Reaktionen auf das Ranking des SWC in Deutschland hätten ihn sehr überrascht, erklärte der für die Einstufung zuständige Rabbiner Abraham Cooper im Nachhinein. Die Journalisten hätten reflexartig ihren Kollegen verteidigt, ohne auch nur ansatzweise dessen Äußerungen inhaltlich zu hinterfragen. Auch im aktuellen Fall interessiert es die Kollegen nicht im geringsten, dass ein linker Kultursenator mit einer Person diskutieren will, den der weltweit anerkannte Politwissenschaftler Matthias Küntzel als „im Zweifel rechtsradikal“ (5) bezeichnet.

Gegen jeden Antisemitismus!

Klaus Lederers Engagement gegen den BDS ist ein politisches Ablenkungsmänover par excellence. Es ermöglicht ihm innerhalb einer Woche, sich einerseits mit dem Top10-Antisemiten Jakob Augstein zu treffen und andererseits der Jüdischen Allgemeinen ein Interview zu geben, in dem er erklärt, dass er nicht bereit ist, „antisemitische Mobilisierung“ in „öffentlichen Räumen oder finanziert durch öffentliche Mittel“ zu dulden. Dass Jakob Augstein gleich ein ganzes Verlagshaus sein eigen nennt und regelmäßig in einem öffentlich-rechtlichen Sender seinen Salon durchführen kann, muss dem Kultursenator wohl entgangen sein.

Der antisemitischen Mobilisierung Augsteins will sich Lederer laut dem Qualitätsmedium Twitter ein wenig entgegenstellen. Er gedenkt, mit dem Sohn Walsers über die BDS-Bewegung zu diskutieren. Mit einem Antisemiten über Antizionisten diskutieren? Was für ein Hohn! Wer sich wirklich dem Antisemitismus eines Augstein in den Weg stellen will, der sollte am 08. November 2017 um 20 Uhr vor dem RBB-Gebäude in der Masurenallee gegen den Auftritt des linken Kultursenators bei Deutschlands bekanntestem Antisemiten demonstrieren.

Rafael Selig, Pressesprecher der Antideutschen Aktion Berlin (ADAB)

Anmerkungen:

(1) Manuskript der Rede von Klaus Lederer auf der Kundgebung „Solidarität mit Israel — Stopp den Terror der Hamas“ im Januar 2009. Linkspartei Neukölln.

(2) Diese Aussage als antisemitisch zu bezeichnen übersteigt leider unseren Etat für juristische Auseinandersetzungen.

(3) „Die völkische Revolution“. Jakob Augstein. 07.12.2015. Spiegel.

(4) „Der ‚gebildete‘ Antisemitismus als Herausforderung“. Kirsten Serup-Bilfeldt. 27.10.2017. Deutschlandfunk.

(5) „Jakob Augstein und der Israelkomplex“. Matthias Küntzel. 14.01.2013. Die Welt.

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Die imperiale Neuordnung des Nahen Ostens http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/10/26/die-imperiale-neuordnung-des-nahen-ostens/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/10/26/die-imperiale-neuordnung-des-nahen-ostens/#comments Thu, 26 Oct 2017 16:36:49 +0000 antideutscheaktionberlin Termine http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/10/26/die-imperiale-neuordnung-des-nahen-ostens/ Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin [ADAB]
am Montag den 27. November 2017 um 19:00 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Mit der sich abzeichnenden militärischen Niederlage des Islamische Staates (IS) wird der immer weiter fortschreitende Vormarsch des Irans und seiner Verbündeten im Nahen Osten sogar in der deutschen Öffentlichkeit häufiger als je zuvor thematisiert. Doch das Kind ist längst in den Brunnen gefallen. Ob in Bagdad, Beirut, Sanaa, Manama oder Damaskus überall in diesen arabischen Hauptstädten ist die Islamische Republik mit ihren Milizen präsent.

Schon im Jahre 2004 warnte Jordaniens König Abdullah II. vor einem „schiitischen Halbmond“, der sich nach dem Sturz des sunnitischen Saddam-Hussein-Regimes von Iran aus über den Irak, Syrien bis zum Libanon erstrecken werde. „Dieser Halbmond wäre sehr destabilisierend für die Golfstaaten und die ganze Region“, erklärte der jordanische König damals. Mit dem Sieg über die jihadistische Terrormiliz ist der Iran seinem Ziel so nah wie nie zuvor. So prahlte erst unlängst ein General der Iranischen Revolutionsgarden in aller Öffentlichkeit mit der „Ausweitung der Grenzen der Islamischen Republik vom Roten Meer bis hin zum Mittelmeer“ und schwor gleichzeitig, dass sie, die „Verteidiger der heiligen Schreine“, alle Gegner Teherans egal wo auf der Welt zerstören werden.

Die derzeit laufende Aufteilung Syriens und des Iraks in türkische, russische und iranische Interessensphären zerstört aber nicht nur die Hoffnungen von Millionen von Menschen auf Demokratisierung und stellt für die sunnitisch-arabischen Staaten eine große Gefahr dar. Der Hauptfeind der Islamischen Republik in der Region ist und bleibt Israel. So versprach Generalmajor Mohammad Bagheri, seines Zeichen der iranische Militärchef, seinen syrischen Verbündeten sich weiterhin gegen Israel zu stellen und erklärte: „Wir sind in Damaskus um die Zusammenarbeit in unserem Kampf gegen unsere gemeinsamen Feinde, die Zionisten und Terroristen, zu koordinieren“.

Über den Vormarsch des Irans und seine konkreten Auswirkungen im gesamten Nahen Osten referiert der Publizist Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e.V.). Ein Vertreter der Antideutschen Aktion Berlin wird über die Umzingelung Israels durch den Iran sprechen.

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Arbeit macht frei? Von Luther bis Hitler: Deutscher Arbeitswahn und Judenhaß. http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/09/17/arbeit-macht-frei-von-luther-bis-hitler-deutscher-arbeitswahn-und-judenhass/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/09/17/arbeit-macht-frei-von-luther-bis-hitler-deutscher-arbeitswahn-und-judenhass/#comments Sun, 17 Sep 2017 14:37:55 +0000 antideutscheaktionberlin Termine http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/09/17/arbeit-macht-frei-von-luther-bis-hitler-deutscher-arbeitswahn-und-judenhass/ Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin [ADAB]
am Montag den 23. Oktober 2017 um 19:00 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Warum prangte die zynische Parole „Arbeit macht frei“ auf den Eingangstoren der Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz, Dachau, Sachsenhausen und Flossenbürg? Warum wurden Jüdinnen und Juden vor ihrer Ermordung im Nationalsozialismus oftmals zu sinnlosen Arbeiten gezwungen? Aus welchen Motiven initiierten die Deutschen das Programm „Vernichtung durch Arbeit“? Grundlegend für den deutschen Arbeitsbegriff, der im Zentrum der nationalsozialistischen Ideologie stand, ist die dichotomische Trennung von „schaffenden und raffenden Kapital“, sowie „ehrlicher und unehrlicher Arbeit“. Lässt sich bis heute ein spezifisch deutscher Antisemitismus, der mit einem spezifisch deutschen Berufung zur Arbeit korreliert, behaupten? Und besteht eine Kontinuität, ausgehend von der Reformation und den Schriften und Predigten Martin Luthers, der dem Volk auf’s Maul schaute und bereits 1543 zum Niederbrennen der Synagogen aufrief?

Der Referent, Klaus Thörner, ist Autor von „‘Der ganze Südosten ist unser Hinterland‘. Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945“ (ça ira-Verlag) und von ihm erscheint im selben Verlag im Herbst 2017 „Arbeit macht frei? Von Luther bis Hitler: Deutscher Arbeitswahn und Judenhaß“.

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Reporter des Satans http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/07/26/reporter-des-satans/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/07/26/reporter-des-satans/#comments Wed, 26 Jul 2017 16:43:08 +0000 antideutscheaktionberlin Copy & Waste http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/07/26/reporter-des-satans/ In Deutschland legt man bekanntlich einen hohen Wert auf Qualitätsstandards. Diese werden allerdings immer dann verworfen, wenn sie die ideologisch motivierte Feinderkennung unnötig erschweren. Besonders Journalisten tun sich bereitwillig bei der Ortung der anvisierten Volksschädlinge hervor. So hat sich erst vor kurzem der Dreigroschjunge Mohamed Amjahid im Zeit Magazin an der Exmatrikulation antideutscher Kritiker versucht.

Nun legte sein »best buddy« nach. Für das Schmierentheater um den Neuköllner Buchladen Topics, der seine Schließung mit dem Verweis auf einen Shitstorm – ausgelöst durch antinationale Linke – begründet, wurde bei Zeit Online Armin Langer an die Schreibmaschine geordert. Dieser schreibt in einem Anfall von Wahnsinn über die „Machttrunkenheit, Sturheit und Humorlosigkeit selbstgerechter Nachfahren der Täter“ welche an der Pleite des Ladens Schuld seien sowie von „Randalierern“ aus der „antideutschen Szene“, die auf Enkelkinder von Holocaustüberlebenden losgehen würden. Woher bezieht aber Langer seine Informationen für das monströse Wortgeklimper? „Laut Zeitungsberichten stammen die meisten Randalierer aus der antideutschen Szene.ZEIT Online

Im Schützengraben…

Die angeführten Zeitungsberichte wurde nicht nur von unserer Seite längst als jene Farce geoutet, die sie schon in der Sekunde waren als sie in die WELT gesetzt wurden. Doch der Rolf Verleger für Pseudointellektuelle holzte in der ZEIT trotzdem nach: Langer entfaltet in seinem Kommentar ein Narrativ wonach »deutsche Antideutsche« versus in Deutschland Lebende Juden agieren würden. Eine Schnurre, die spätestens an dem Punkt jedem Vernunftbegabten auffallen sollte, wo Langer die BDS-nahe Jewish Anti Fascist Action Berlin zu einer „der größten jüdischen Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik“ hochjazzt.

reporter des satans

Die Jüdische Allgemeine fragte sich vor zwei Jahren ob der ehemalige Rabbinerstudent „bald seinen eigenen Zentralrat gründen“ wird. Man riet ihm damals „vor dem Start seiner großen politischen Karriere noch ein wenig (zu) üben“. Doch er wollte nicht hören. Dafür wollen seine Rezipienten umso mehr lesen, was die ZEIT wiederum auf den Plan brachte.

Das Wort »antideutsch« hat in deutschen Redaktionsstuben vor allem eine Funktion: Es soll diskreditieren und den Gegenüber als nicht satisfaktionsfähig erklären. So übertitelte die TAZ am 29.März 2016 – Thema war das soeben veröffentlichte Parteiprogramm der Alternative für Deutschland (AfD) – ihren Leitartikel mit der Schlagzeile „Die Anti-Deutschen“. Dabei ist es egal ob nun bürgerliche Presse oder linksalternativer Journalismus, wer nicht zum eigenen idealisierten Bild von der Berliner Republik gehört, der wird (volks)gemeinschaftlich aus dem Diskurs geholzt.

… gibt es keine Standards.

Das es grade bei dem Fall des Neuköllner Buchladens angemessen wäre die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen, hätte einem Journalisten, der seinen eigenen Berufskodex wenigstens halbwegs ernst nimmt, durchaus auffallen können. Vor allem der Unterschied zwischen Antideutschen und antinationalen Linken wie der TOP Berlin, ist wirklich kein großes Geheimnis.

Dass aber Armin Langer eine antizionistische Gruppe zu einer jüdischen Bürgerinitiative umlügen darf, setzt dem Fass die Krone auf. In diesem Fall hat sich die ZEIT zur Partei gemacht und jegliche journalistische Sorgfaltspflicht sausen lassen. Interessant dabei zu erwähnen, von einem Fotoreporter der eine Hetzjagd während der G20-Proteste auslöste hat sich die Redaktion getrennt, aber soviel ist uns klar: Armin Langer wird weiterhin seine Ergüsse in diesem Medium veröffentlichen können. Er ist derzeit der beliebteste Alibijude für die antizionistischen Deutschen. Deshalb halten wir es weiterhin mit Karl Kraus und verbringen auch die nächsten Jahre damit, „den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen.

PS: Liebe TOP Berlin, ihr habt euch 10 Jahre verzweifelt an die deutsche Linke rangeschmissen und werdet dennoch als Antideutsche bezeichnet. Wir hoffen, es tut noch immer etwas weh.

PPS: Liebe WELT-Redaktion, sehr geehrte Frau Lühmann, was genau ist eigentlich ein israelischer Buchladen? Eine Buchhandlung die einzig und allein israelische Bücher verkauft ist das Topic bekanntlich nicht.

PPPS: Bei der Jewish Anti Fascist Action Berlin von „Nähe zur BDS-Bewegung“ zu sprechen ist unsererseits übrigens vorsichtig formuliert. Jutta Ditfurth nennt sie z.B. einen „BDS-Klon“ der dem „BDS ein linkeres Image verpassen“ soll.

Antideutsche Aktion Berlin im Juli 2017

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Die guten Deutschen gegen Spießer und Pöbel http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/03/30/die-guten-deutschen-gegen-spiesser-und-poebel/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/03/30/die-guten-deutschen-gegen-spiesser-und-poebel/#comments Thu, 30 Mar 2017 16:35:17 +0000 antideutscheaktionberlin Termine http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/03/30/die-guten-deutschen-gegen-spiesser-und-poebel/ Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin [ADAB]
am Donnerstag den 18. Mai 2017 um 19:00 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

In der ARD-Sendung Maischberger vom 08.03.2017 wollte es die Moderatorin ganz genau wissen: „Auf einer Skala von 1-10: Wie geht es den Menschen in Deutschland?“. Nachdem geklärt werden konnte, dass der Skalenwert 10 für die bestmögliche Stimmung steht, eröffnete der in solchen Runden für die gebührende Portion Volkszorn zuständige Oskar Lafontaine mit einer betont griesgrämigen 3, woraufhin Hannelore Kraft von der SPD schon deutlich optimistischer Richtung 7 tendierte und CDU-Vertreter Brinkmann schließlich mit 8-9 zu verstehen gab, dass seine genügsame Gesellschaftsutopie bereits weitgehend verwirklicht ist. Parteien verkörpern Stimmungen. Diejenige, die für die schlechteste steht, war am besagten Abend nicht vertreten. Jedoch braucht man keine Parteioberen beim Stimmungsranking vor laufender Kamera zu sehen, um zu wissen, dass die AfD-Anhängerschaft mit Oskar Lafontaine der Meinung ist, dass es Land und Leuten so miserabel geht, dass dringend Alternativen her müssen. Am besten solche, die dem Bauchgefühl der „kleinen Leute“ entsprechen. Was die Adressaten der AfD abgesehen von ihren Pechsträhnen, ihrem geringen Einfluss und der spärlichen Entlohnung fürs endlose Schuften vereint, ist vor allem das Bewusstsein, dass die Welt ihnen feindlich gesonnen ist und dass es andere sind, die ihnen das große Glück verwehren. Das sehr deutsche Bedürfnis nach Selbstinfantilisierung und konformistischer Rebellion systematisch zu bedienen, ist entscheidender Erfolgsfaktor der AfD, der überdies zugutekommt, dass keineswegs nur Paranoia dazu führt, angesichts der herrschenden Verhältnisse nicht gleich vor Freude auszuflippen.

Lange Zeit galten die jammernden Krethis und Plethis als unantastbar und figurierten als bodenständige Gegenspieler zur Verdorbenheit der Welt. Spätestens mit den Wahlerfolgen der AfD hat sich im Kernland des kleinen Mannes alles verändert. Im Zuge der Dauerbewerbung eines rundum zu erneuernden Deutschlands, für die seit vorletztem Jahr besonders die Flüchtlinge instrumentalisiert werden, ergeht der Appell an alle: Macht mit oder ihr seid draußen. Der allerorten kursierende Vorwurf des „Populismus“ fungiert dabei als das bevorzugte Mittel jener Modernisierungsideologen, die jeden als zurückgebliebenen Störenfried mit miesesten Absichten denunzieren, der keine Lust hat, bei der permanenten Mobilmachung mitzutun. An vorderster Front im Kampf gegen den Populismus stehen Leute, die – um es mit den Worten Ulf Poschardts zu sagen – stets redlich darum bemüht sind, immer „besser, fleißiger, innovativer, freier, offener, schwuler, multikultureller“ (Die Welt, 16.1.2017) zu werden und die als Ausgleich fürs trostlose Abgestrampel in allen Lebensbereichen den politisch Inkorrekten und unzureichend Engagierten wenigstens moralisch überlegen sein wollen, um so der Freude teilhaftig zu werden, die sich einstellt, wenn der eigenen Wohlanständigkeit protzig applaudiert werden darf.

Die apokalyptisch gestimmte Aufgeregtheit im Umgang mit der zur faschistischen Gefahr aufgebauschten Gurkentruppe AFD etwa verdrängt die Tatsache, dass diese in vielerlei Hinsicht eine Partei ist, die nur Ansichten und Sprüche radikalisiert, die in den anderen Parteien nur etwas weniger aggressiv formuliert werden. Schlagender Beweis dafür ist, dass es dem sozialdemokratischen Sonnenkönig Martin Schulz mit seiner bräsigen Leutseligkeit, die ihm dem Charme einer überspitzt dargestellten betriebsratsnahen Abteilungsleiterkarikatur aus der Serie Stromberg verleiht, problemlos gelingt, Wähler, die zeitweilig auf die Irrwege der AfD geraten sind, wieder zurück auf den eingetrampelten Pfad der Demokratie zu lotsen.
Was tut die radikale Linke angesichts des Dauerfeuers gegen Abgehängte? Sie mischt mit und sammelt sich hinter Parolen wie „Globalismus für alle!“, was gleichsam „Fuck the Locals!“ (Jungle World, 17.11.2016) heißt, und die, wenn man das obligatorische Emanzipationsgeschwafel abzieht, so klingen wie damals zu Beginn der Globalisierung, als Unternehmenssprecher die Belegschaft auf die sogenannten Herausforderungen, also Fährnisse des Weltmarkts einschworen. Mit der gleichen Hemmungslosigkeit, mit der die Linken vor gar nicht allzu langer Zeit auf den „Traumpfaden der Weltrevolution“ (Koenen) wandelten, sich zum Anführer eines Weltproletariats phantasierten, machen sie heute beim Eindreschen auf die Modernisierungsverweigerer mit und hübschen ihr Ressentiment gegen die Derangierten zum entbehrungsreichen und mutig tabubrecherischen antifaschistischen Kampf auf.

Der Referent David Schneider schreibt regelmässig für die Zeitschrift Bahamas.

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Drei Groschen, Junge? http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/03/27/drei-groschen-junge/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/03/27/drei-groschen-junge/#comments Mon, 27 Mar 2017 18:56:04 +0000 antideutscheaktionberlin Copy & Waste http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/03/27/drei-groschen-junge/ Der Journalismus ist ein Terminhandel, bei dem das Getreide auch in der Idee nicht vorhanden ist, aber effektives Stroh gedroschen wird.Karl Kraus

Wenn das Thema Antideutsche in der Presse auftaucht, dann wird zumeist eine wilde Mischung aus hanebüchenen Vorurteilen und illustren Halbwahrheiten verbreitet. Ob Jakob Augstein, Alan Posener oder Moshe Zuckermann, sie allesamt malen ein Bild von einem neurotischen – sich selbstverständlich selbsthassenden – Antideutschen, dessen Weltbild nur aus den Farben Schwarz sowie Weiß besteht und dessen Horizont einzig auf die spezifisch deutsche Situation begrenzt ist. Dieser Antideutsche dient als vorzüglicher Pappkamerad, für die bürgerlichen ebenso wie für die linken Medien. Auf ihn können sie mit den immer selben Phrasen eindreschen, die Konsumenten applaudieren garantiert artig wie dressierte Affen.

Journalistische Sorgfalt spielt beim Kampf gegen den politischen Gegner aka die antideutschen Volksschädlinge keinerlei Rolle. Es gilt ja schließlich einen Feind zu vernichten, Stichwort: Sexpartys, Bayern München und Kinderzimmer. Da reicht ein einziger Otto völlig aus, um ein Potpourri aus böswilligen Unterstellungen und erfundenen Horrorgeschichten dem völlig entsetzten Publikum zu präsentieren. Eine wilde Safari durch eine halluzinierte Pubertät für die gelangweilten Bildungsbürger. Wir Exoten wirken aber nicht nur fremd. Wir entspringen einer Welt, für die Deutsche einfach keinen Zugang finden wollen. Einer Welt wo Hedonismus kein Schimpfwort, wo Journalismus der Wahrheit verpflichtet und wo das Leben wenigstens ein wenig lebenswert ist.

Normalerweise sind Antideutsche kein Thema in den relevanten Publikationen, außer es dient der deutschen Volkshygiene, eine Art publizistischer Frühjahrsputz, oder wird als gesellschaftliches Initiationsritual und berufliches Sprungbrett missbraucht. So gesehen lieferte der Dreigroschenjunge Mohamed Amjahid mit seinem Artikel im Zeit-Magazin nur die in diesem Land dringend benötigte Gesellenprüfung ab. Und das nicht einmal originell. Die versammelten Vorwürfe sind altbacken, allein die ausschweifenden Sexpartys sorgten für ein paar Lacher bei uns. Bitter dagegen ist die Tatsache, dass der Autor auf seinem privaten Blog – ohne auch nur eine konkrete Quelle zu benennen – den Vorwurf des Rassismus weiterhin ventiliert. Antisemitismus wiederum interessiert Amjahid genauso wenig wie seine autochthonen Kollegen. Weshalb wir die Gelegenheit nutzen wollen um zur erfolgreichen Integration zu gratulieren!

Übrigens, Leo Fischer, die Kritik an der deutschen Ideologie wurde nicht erst vor 30 Jahren in die Welt gesetzt, sondern ein extrem bärtiger Mann schrieb sie vor über 150 Jahren ins Stammbuch der Sozialdemokratie. Dieser Mann heißt Karl Marx.

Antideutsche Aktion Berlin im März 2017

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German Gedenken http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/02/07/german-gedenken/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/02/07/german-gedenken/#comments Tue, 07 Feb 2017 17:46:06 +0000 antideutscheaktionberlin Eigene Texte http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/02/07/german-gedenken/ Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz.“. Joachim Gauck

Deutschland zahlt keine Entschädigungen. Egal ob es sich um die Forderungen Griechenlands handelt, die sich für die Wiedergutmachung von Kriegsschäden, für einen Besatzungskredit und für die Entschädigung von NS-Opfern auf 278 Milliarden Euro belaufen, oder ob es um den Völkermord an den Herero und Nama geht. Deutschland bekräftigt in allen Fällen, dass die Bundesrepublik keine indi­viduellen oder kollektiven Entschädigungszahlungen leisten werde. Stattdessen bietet der deutsche Unterhändler Ruprecht Polenz (CDU) den Aufbau einer deutsch-namibischen Zukunftsstiftung an, die erinnerungspolitische Projekte sowie einen Jugendaustausch organisieren soll. Des Weiteren ist geplant, dass Joachim Gauck im März 2017 in Namibia eine offizielle Entschuldigung ausspricht.

Auch die drei Maßnahmen, mit denen der Berliner Zoo auf die Forderung nach Entschädigung der ehemaligen jüdischen Zoo-Aktionäre reagierte, sehen kaum anders aus: eine Informations­tafel, eine Ausstellung und ein akademisches Programm. Wiederholt teilte die Senatsverwaltung für Finanzen auf Anfrage mit, »im Zentrum der Wiedergutmachung des Unrechts in der Zeit des Nationalsozialismus« stehe »heute nicht individuelle Restitution, sondern öffentliche Aufarbeitung und Erinnerungsarbeit«. Statt einer Entschädigung geht es dem Berliner Senat und dem Berliner Zoo um die »Dauerpräsentation unserer Schande«, wie der Schriftsteller Martin Walser es 1998 in der Frankfurter Paulskirche bezeichnete. Walser, der in seiner Rede beklagt hatte, dass nicht das »Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Ins­trumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken«, hat ziemlich genau den Kern der heutigen Erinnerungskultur beschrieben.

In einem Gespräch mit dem Spiegel im Mai 2015 distanzierte sich Walser plötzlich von der allgemein angenommenen Interpretation seiner Rede. Es sei »vielleicht leichtsinnig« von ihm gewesen, »von der Instrumentalisierung des Holocaust zu sprechen, ohne Namen zu nennen«. Er habe damals an Günter Grass, Joschka Fischer und Walter Jens gedacht. Irrtümlicherweise habe dann aber Ignatz Bubis, der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, geglaubt, er sei gemeint, so Walser. Beinahe zwei Jahrzehnte brauchte er, um diesen angeblichen Irrtum aufzuklären, was seine neuerliche Läuterung ziemlich unglaubwürdig erscheinen lässt. Aber ein Körnchen Wahrheit steckte trotzdem in seiner Rede.

jungle_beitrag2017
Der Text als pdf-Datei: German Gedenken

Walser hatte Recht, wenn er etwa dem damaligen Außenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) vorwarf, die deutsche Geschichte von 1933 bis 1945 zu instrumentalisieren. Der Eintritt Deutschlands in den Jugoslawienkrieg wurde damals mit einer ideologischen Meisterleistung ermöglicht. Der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete und Autor Freimut Duve überschrieb schon 1995 in der Zeit seinen berühmt-berüchtigten Artikel über die Gräueltaten der bosnisch-serbischen Freischärler mit dem Titel: »An der Rampe von Srebrenica«. Joschka Fischer sah in Srebrenica den serbischen Faschismus am Werke und der spätere Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) behauptete, dass »UN-Truppen zusehen mussten, wie 30.000 Menschen umgebracht wurden«. Die Schröder-Fischer-Bande versuchte den Eindruck zu erwecken, dass ein erneuter Holocaust durch die bosnischen Serben bevorstehe. Dementsprechend sah sich die noch junge rot-grüne Koalition »gezwungen«, ­Serbien den Krieg zu erklären: Es galt, mit deutscher Beteiligung ein zweites Auschwitz zu verhindern.

Nicht trotz, sondern wegen Auschwitz!

Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets.Martin Walser

Jahrestage, wie zuletzt der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, verursachen nicht nur bei aufgeklärten, kritischen Menschen ein äußerst mulmiges Gefühl. Die Ritua­lisierung des Gedenkens an die Shoah dient der »Heilung des Patienten«, nicht dem Gedenken an die Erniedrigten und Ermordeten. Am 27. Januar 2015, zum 70. Jahrestag der Befreiung durch die Alliierten, sagte Bundesprä­sident Joachim Gauck in seiner Rede: »Solange ich lebe, werde ich darunter leiden, dass die deutsche Nation mit ihrer so achtenswerten Kultur zu den ungeheuerlichsten Menschheitsverbrechen fähig war.«

Ihm geht es wie allen deutschen Offiziellen, Gauck will die deutsche Post-Holocaust-Identität stärken. Weil es beinahe nur noch einheimische Patienten sind, die über die historischen Rituale wachen, ist es kein Wunder, dass in den vergangenen Jahren daraus ein kollektiver Heilungsprozess wurde. Spätestens seit der Sozialdemokrat Gerhard Schröder das Land zur Friedensmacht erklärte und den Versuch startete, zwischen den beiden Polen Russland und USA einen dritten, den europäischen Block zu etablieren, brauchte das Land eine Ideo­logie, die dieses neue Projekt vermittelt. Nach innen wie auch nach außen. Als Vergangenheitsbewältigungsweltmeister konnte Deutschland endlich die ökonomische Überlegenheit in politisches Kapital ummünzen. Moralisierende Kritik an den USA bei gleichzeitiger Durchsetzung der eigenen ökonomischen Interessen mit ähnlichen, aber weit geringeren militärischen Mitteln, ist seitdem das mehrheitsfähige Projekt. National und international. Früher standen einer solchen provokanten ­Positionierung gegenüber der ehemaligen Schutzmacht USA wenigstens noch die klassischen konservativen Atlantiker gegenüber. Heute dagegen herrscht Einigkeit im gesamten politischen Spektrum.

the good germans

Wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie nie zuvor. Wenn ich merke, daß sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube entdecken zu können, dass öfter nicht das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung.Martin Walser

Die Instrumentalisierung ist im 21. Jahrhundert der deutschen Gesellschaft ins Mark übergegangen. Deshalb reagierte auf die Dresdner Rede von Björn Höcke (AfD) die Berliner ­Republik in Person von Sigmar Gabriel (SPD) selbstredend entsetzt: »Wir Deutschen haben uns mit diesen unvorstellbaren Verbrechen auf eine Art und Weise auseinandergesetzt, die uns auch bei denen Respekt eingebracht hat, denen gegenüber Deutsche schuldig geworden sind.« Gabriel fährt in seinem Facebook-Statement fort und beweist, dass man in Deutschland immer den Teufel mit dem Belzebub austreiben will: »Björn Höcke unterstellt, der Umgang mit unserer Nazi-Vergangenheit mache uns klein. Das Gegenteil ist richtig: Dass wir uns unserer Geschichte gestellt, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, war die Voraussetzung dafür, dass Deutschland weltweit respektiert wird. Björn Höcke verachtet das Deutschland, auf das ich stolz bin.« Die Geschichte als »abstraktes Symbol«, als »Anstecknadel und Gesinnungsbrosche« (Eike Geisel), die Deutschland wieder zu weltweitem ­Respekt verhilft, ist der Grund warum jede noch so kleine Gedenkveranstaltung ein wichtiges Teil im neuen deutschen Selbstbewusstsein darstellt.

»Nicht mehr die Leugnung des Unleugbaren, wie noch vor 40 Jahren, als wirkliche Täter (und ihre entsprechend parentifizierten Nachkommen) das ­öffentliche Klima bestimmten, macht das Verstockte aus«, wie Uli Krug es formuliert (Bahamas Nr. 71), sondern die noch vor 19 Jahren von Martin ­Walser beklagte »Dauerpräsentation unserer Schande«. Schnell ist man hierzulande bereit, eine Gedenktafel irgendwo anzubringen, eine Straße umzubenennen, einen Stolperstein in die Erde zu rammen oder einen Stu­dienaustausch mit Israel in Gang zu setzen, aber die direkte Entschädigung stößt immer auf großen Widerspruch. Solange alles beim »kleinlaut und formell gewordenen Schuldgetue« bleibt, kostet die Erinnerung nichts weiter als pfäffisches Gewäsch an Gedenktagen, stellte Max Horkheimer schon 1959 fest.

Entschädigung zu zahlen, hindert dagegen die Deutschen bei ihrer internen Identitätsfindung beziehungs­weise -bestätigung. Konkrete Zahlungen an noch lebende Menschen bedeuten das Eingeständnis, dass die Schuld immer noch nicht abgegolten ist. Es impliziert, auch heute sollten sich die Deutschen lieber zurückhalten. Die Entschädigungsforderungen der Griechen werden nicht nur deshalb kollektiv ­abgelehnt, weil es sich um eine veritable Summe handelt, sondern weil dann der Status als nicht nur wirtschaftliche Führungsmacht in Europa wieder in Frage gestellt werden könnte.

Eine Ausstellung, eine Fernsehserie oder ein Heimatfilm, worin auch so manch guter Deutsche in der Masse der bösen Nazis vorkommt, ermöglicht ­dagegen »die Rückprojektion der eigenen Unschuld in die Familiengeschichte des Kollektivs« (Uli Krug). Die For­derung nach Entschädigung ist dagegen der größte Dolchstoß, den man Deutschland heutzutage verpassen kann, weil er die Ambition, als geläuterter Sünder auf der internationalen Bühne zu reüssieren, zumindest torpediert. Sie zerstört das Selbstverständnis als Vergangenheitsbewältigungsweltmeister. Sie deckt auf, dass die deutsche Volksgemeinschaft noch nicht einmal ansatzweise ihre »Schuldigkeit« getan hat. Es ist das Kryptonit des deutschen Supermanns. Es wird Deutschland nicht umbringen, nicht aufhalten, aber es lähmt dieses Monster zumindest.

Antideutsche Aktion Berlin im Februar 2017

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Vom Teufel und vom Beelzebub http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/01/19/vom-teufel-und-vom-beelzebub/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/01/19/vom-teufel-und-vom-beelzebub/#comments Thu, 19 Jan 2017 18:37:54 +0000 antideutscheaktionberlin Copy & Waste http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2017/01/19/vom-teufel-und-vom-beelzebub/ Deutschland zeigt sich in diesen Tagen wieder in all seiner Hässlichkeit. Wie Björn Höckes Rede in Dresden eindrucksvoll beweist, war es richtig im Mai letzten Jahres den Höcke-Sumpf in Bornhagen „Straight to hell“ zu wünschen. So weit, so schlecht.

Nur einen Tag später wird jedem, dem noch etwas an der Kritik der deutschen Verhältnisse liegt, eindrucksvoll bewusstgemacht, dass in Deutschland das Gegenteil von etwas Schlechtem nicht zwangsläufig das Bessere ist. Es hagelte Anzeigen verschiedener Personen und Politiker wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Höcke. Unabhängig davon, ob dies juristisch nun der Fall ist oder nicht lohnt sich ein Blick auf so manche, die sich jetzt mit einem solchen Schritt versichern auf der richtigen, also der linken und deutschen, Seite zu stehen.

Dazu gehört auch der Autor folgender Zeilen: „Unser Volk war die bereitwilligste Manövriermasse für die Kulturmonopolisten aus den USA. Derart intensiv ist kein Volk in Westeurropa jemals fremdbestimmt worden. (…) Das hier vorliegende Volksliederbuch ist in einer historischen Phase entstanden, die Geschichtsschreiber später wohl einmal als neuen nationalen Aufbruch bezeichnen werden. Der deutsche Wald, die Heimat können sich nur noch auf die Linke verlassen, sei sie nun rot oder grün oder am besten beides.

Zugegeben, das ist schon etwas länger her. Zur Fußball EM 2016 machte sich der Höckekritiker auf, eine Deutschlandfahne an sein Auto anzubringen um ein Zeichen gegen „antideutsche Intoleranz“ zu setzen. Gegenüber Xavier Naidoo, der ja schon mal bei Reichsbürgern singt, sieht er schon einmal eine „antideutsche shitstorm SA“ am Werk. Er selbst bezeichnet sich auch als „glühenden Verschwörungstheoretiker“ und findet, dass man sich auch „mit der Hamas solidarisieren können“ muss. Kurz: Wer braucht schon einen Höcke, wenn man einen Diether Dehm hat.

Doch auch das staatstragende Deutschland in Person von Sigmar Gabriel (SPD) reagiert selbstredend entsetzt. Höckes Statement zu seiner Dresdner Rede liest sich auf seiner Facebook Seite so: „Diese Fähigkeit, sich der eigenen Schuld zu stellen, zeichnet uns Deutsche aus.“ Ebenfalls auf Facebook schreibt Gabriel: „wir Deutschen haben uns mit diesen unvorstellbaren Verbrechen auf eine Art und Weise auseinandergesetzt, die uns auch bei denen Respekt eingebracht hat, denen gegenüber Deutsche schuldig geworden sind.“ Feel the difference.

Gabriel fährt fort und beweist, dass man in Deutschland immer den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will: „Björn Höcke unterstellt, der Umgang mit unserer Nazi-Vergangenheit mache uns klein. Das Gegenteil ist richtig: Dass wir uns unserer Geschichte gestellt, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, war die Voraussetzung dafür, dass Deutschland weltweit respektiert wird. Björn Höcke verachtet das #Deutschland, auf das ich stolz bin. Nie, niemals dürfen wir die Demagogie eines Björn Höcke unwidersprochen lassen. Nicht als Deutsche, schon gar nicht als Sozialdemokraten.

Die Geschichte als „abstraktes Symbol“, als „Anstecknadel und Gesinnungsbrosche“ (Eike Geisel) die Deutschland wieder zu weltweitem Respekt (Sigmar Gabriel) verhilft, ist dabei nur die andere Seite der deutschen Medaille.

Antideutsche Aktion Berlin im Januar 2017

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Syriens Stellvertreter im Krieg. http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2016/11/08/syriens-stellvertreter-im-krieg/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2016/11/08/syriens-stellvertreter-im-krieg/#comments Tue, 08 Nov 2016 15:47:48 +0000 antideutscheaktionberlin Eigene Texte http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2016/11/08/syriens-stellvertreter-im-krieg/ Keine Bühne für Todenhöfer!

Am 14. November 2016 empfängt der Verleger und Chefredakteur der Wochenzeitung »Der Freitag«, Jakob Augstein, den bekanntesten Propagandisten der mörderischen Assad-Diktatur in Deutschland, Jürgen Todenhöfer, zum Gespräch. Und der öffentlich-rechtliche Sender Radio Eins überträgt das Gespräch unter dem Motto „Syrien, der ewige Stellvertreter-Krieg?“ auch noch im Radio.

Erst vor einigen Wochen wurde von syrischen Aktivisten aufgedeckt, dass der sogenannte Terrorexperte Jürgen Todenhöfer aus Sympathie für Syriens Machthaber Baschar al-Assad ein Interview mit einem Kommandeur der jihadistischen Organisation Jabhat Al Nusra inszeniert hatte. So berichtete nicht nur die syrische Online-Zeitung Zaman al-Wasl, dass der Interviewpartner Todenhöfers ein Fake sei. Abu al-Ezz ist weder Kommandeur der al-Qaida-nahen Al-Nusra-Front, noch gehörte er zu ihrer Nachfolgeorganisation, Fatah al-Scham. Dieses unglaubliche Malheur ändert aber nichts an seinem Status als Experte.

Selbstverständlich. Die deutsche Öffentlichkeit nahm seinen angeblichen Coup begierig auf. In dem Interview bestätigte der angebliche Kommandeur nämlich alle Vorurteile gegenüber den USA und den sunnitischen Staaten, die heutzutage in großen Teilen der deutschen Gesellschaft gepflegt werden.

Lautsprecher deutscher Sehnsüchte.

Jürgen Todenhöfer ist im besten Sinne des Wortes ein deutscher Nahost-Experte. Er ist ständig vor Ort, hat aber keinerlei Ahnung von der Materie und wird deshalb von den deutschen Medien geliebt. Er ist der Lautsprecher deutscher Sehnsüchte.

Noch im Juni 2014 behauptete Jürgen Todenhöfer, dass der IS „nur scheinbar die alles überragende Rolle“ spiele, hauptsächlich werde der „Aufstand“ von dem „Nationalen, Panarabischen und Islamischen Widerstand“ angeführt, einer „säkularen Koalition mehrerer Gruppen, die schon mit großem Erfolg gegen die US-Armee gekämpft“ (1) hatte. Beinahe ehrfürchtig sprach er vor zwei Jahren von den „Dschihadisten aus aller Welt“, die sich dem IS anschließen und „wegen ihres Todesmuts und ihrer Härte, Furcht und Schrecken“ in dem Bündnis geachtet werden.

Ein Jahr später behauptete der allseits zitierte Experte, dass „der IS die gefährlichste Terrorarmee“ ist, „die die moderne Geschichte gesehen hat“ (2). Kein Wort verlor er mehr über die angeblichen ehemaligen Bündnispartner des Islamischen Staates, die sich innerhalb eines Jahres in Luft aufgelöst hatten. Und das, obwohl der so genannte „Nationale Widerstand“ laut Todenhöfer „in Mossul mit über 20.000 Mann präsent und von der Bevölkerung getragen“ (1) wurde.

Zuletzt irrlichterte Todenhöfer mit seiner Dokumentation »Inside IS« durch die Lande. Selbst bürgerliche Medien warfen ihm „Selbstdarstellung und die kritiklose Veröffentlichung der Ideologie des Islamischen Staats vor“. Seine Kritik richte sich „in erster Linie gegen den Westen im Allgemeinen und die USA im Besonderen“ (3). In der Dokumentation werden „immer wieder Propaganda-Aufnahmen des Islamischen Staats unkommentiert und unreflektiert eingeschnitten“, bemängelte nicht nur der Merkur.

Des Wahnsinns kecke Beute

Wer ernsthaft eine Lösung „für die nicht endenden Konflikte und das Leid der Syrer“ sucht, braucht bei Todenhöfer nicht anzufragen. Sein Interesse liegt in der Vermarktung seiner Publikationen, der Apologet des Terrors bietet keine Analyse zu dem aktuellen Geschehen in Syrien, sondern einzig und allein Ressentiments, die seine Anhänger inbrünstig aufsaugen. Er widerspricht sich am laufenden Bande, was seinen Fans deshalb nicht auffällt, weil sie den Verursacher allen Leides auf der Welt schon längst kennen: die USA.

Todenhöfer trifft mit seinen Aussagen hervorragend den Gemütszustand eines gewissen Teils der deutschen Gesellschaft, die zwischen Pazifismus und offener Kumpanei mit der Barbarei schwankt. Wer ernsthaft einen solchen Apologeten der anti-westlichen Propaganda einlädt, hat sich die Eingangsfrage der Veranstaltung „Doch wer ist der Böse im Syrienkrieg?“ längst beantwortet. Der RBB als öffentlich-rechtliche Medienanstalt muss des Wahnsinns kecke Beute sein, wenn er solch eine Propaganda-Show überträgt.

Wir fordern den RBB auf, die Übertragung des »radioeins und Freitag Salons« am 14. November vom Äther zu nehmen. Eine Ausstrahlung widerspricht allen Regeln des Journalismus und des öffentlich-rechtlichen Anspruches an sein Programm.

Antideutsche Aktion Berlin im November 2016

Anmerkungen:

(1) Terrororganisation ISIS „Nur scheinbar die größte Rolle“, Kölner Stadt-Anzeiger, 15.06.2014
(2) Todenhöfer: „IS ist die gefährlichste Terrorarmee der Welt“, Deutsche Welle, 24.04.2015
(3) „Inside IS“: Daran krankt der Film von Jürgen Todenhöfer, Merkur, 13.07.2016

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Bei alten Freunden http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2016/10/11/bei-alten-freunden/ http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2016/10/11/bei-alten-freunden/#comments Tue, 11 Oct 2016 15:04:43 +0000 antideutscheaktionberlin Termine http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/2016/10/11/bei-alten-freunden/ Der Antisemitismus der Ajatollahs und die deutsche Iran-Politik

Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin [ADAB]
am Samstag den 29. Oktober 2016 um 19:00 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Die permanenten Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und die Leugnung oder Relativierung der Shoah sind Wesenselemente des iranischen Regimes. Klassische Judenfeindschaft findet sich bereits bei Revolutionsführer Ajatollah Khomeini und eine alles Übel dieser Welt auf den Zionismus projizierende Weltsicht ist konstitutiv für die Ideologie der iranischen Machthaber.

Daran hat sich unter dem iranischen Präsidenten Rohani eben sowenig geändert wie an der brutalen Unterdrückung der iranischen Bevölkerung. Das hält die Bundesregierung jedoch nicht davon ab, den baldigen Empfang des Präsidenten des iranischen Regimes in Berlin zu planen; und nicht nur Wirtschaftsminister Gabriel pilgert mit großen Wirtschaftsdelegationen in den Iran, wo sich der sozialdemokratische Vizekanzler „bei alten Freunden“ wähnt, sondern auch zahlreiche Landespolitiker wie der Grüne Tarik Al-Wazir oder Ilse Aigner von der CSU geben sich in Teheran die Klinke in die Hand.

Der Vortrag will die Grundlagen der gegenwärtigen Politik der Ajatollahs und Revolutionswächter im Nahen Osten ebenso skizzieren wie den aktuellen Stand der deutsch-iranischen Freundschaft und fragen, was die von Deutschland und der westlichen Politik heftig beförderte Expansion des iranischen Regimes für Israel bedeutet.

Stephan Grigat ist Gastprofessor für Israel Studien am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam, wissenschaftlicher Direktor von STOP THE BOMB in Österreich und Autor von „Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung“.

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