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Der Hauptfeind ist das eigene Land!

Antideutsche Demonstration im Rahmen der 70years-Kampagne
am Samstag den 25. April 2015 um 14:00 Uhr
Treffpunkt ist vor dem Hauptbahnhof Torgau

Es ist unfassbar: 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Deutschland eine Weltmacht. Die versäumte Umsetzung des Morgenthau-Plans konfrontiert die internationale Weltgemeinschaft in den letzten beiden Jahrzehnten mit einem wiedererstarkten Deutschland, dass aus seinen historischen »Fehlern« gelernt hat. Die militärische Option wurde weitestgehend ad acta gelegt. Stattdessen setzten die deutschen Eliten, im Windschatten des militärischen Schutzes durch die westlichen Alliierten, langfristig auf das »deutsche Wirtschaftswunder«. Das Resultat ist, dass das eigentlich besiegte Land ökonomisch gesehen – ganz im Gegensatz zu Großbritannien oder Frankreich – erstarkt aus der militärischen Niederlage hervorgegangen ist.

Dieses Vorgehensweise, leicht modifiziert, funktioniert noch bis heute. Die neuste deutsche Militärtechnologie findet man eher in den Händen von mexikanischen Sicherheitsbehörden oder arabischen Armeen, als im Depot der deutschen Bundeswehr. Wenn es in der Welt brennt, winkt Berlin gelangweilt ab und schaut erwartungsvoll über den Atlantik, zumindest gen Westen. Ob in Syrien, Irak, Jemen oder Nigeria, gegen die islamistische Barbarei sollen sich bitte andere aktiv engagieren. »Niemals wieder« bedeutet hierzulande trotz und wegen Auschwitz keinen Finger für das verfolgte Individuum krumm zu machen. Selbst dann nicht, wenn es die Tortur in seinem Heimatland sowie die anstrengende Flucht überlebt und bis vor die Haustür der Deutschen geschafft hat.

Der Wiederaufbau und die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteile, dass so genannte »Nation Building«, sind dagegen Deutschlands absolutes Steckenpferd. Deswegen reüssiert das Land auf der Weltbühne. Im internationalen Kampf um Rohstoffe, Marktanteile und Handelswege will die deutsche Wirtschaft langfristig vorne mitspielen. Das Image als Friedensmacht ist dabei für die Geschäfte nicht unerheblich. In knallharter Konkurrenz zu den USA, verkauften deutschen Firmen Komponenten zur Herstellung von Giftgas an jegliche »Schurkenstaaten«. Etwas Werbung in eigener Sache kann da nicht schaden. So tanzt der sozialdemokratische Wirtschaftsminister bereitwillig nach der Pfeife arabischer Emire und nicht nur in China fällt die Frage nach den grundlegendsten Menschenrechte unter den Verhandlungstisch. Im Kampf um den Exportweltmeistertitel ist dem Subjekt Staatskapital fast jedes Mittel Recht. Auch ein fauler Kompromiss im »Atom-Streit« mit dem Iran.

#stickthefingertogermany

Weder die Reeducation, noch der verordnete Antifaschismus haben nachhaltig etwas in diesem Land bewirkt. Wie rudimentär das Demokratieverständnis der deutschen Bevölkerung ist, offenbart sich immer dann am deutlichsten, wenn in einem anderen Land eine Partei die demokratischen Wahlen gewinnt, dessen politisches Programm den nationalen Interessen, beziehungsweise deutschen Befindlichkeiten, widerstrebt. Das trifft derzeit auf die neue Regierung in Athen zu, ebenso wie jene in Jerusalem. Während im deutschen Blätterwald dann reklamiert, protestiert und randaliert wird, bekunden auf dem diplomatischen Parkett die Deutschen ihre große Besorgnis über die zukünftige Entwicklung. An klugen Ratschlägen und harten Bandagen mangelt es dabei nicht. Nichts desto trotz, sondern gerade weil man zwei Weltkriege angezettelt hat. Vom Holocaust ganz zu Schweigen.

Der Vergangenheitsbewältigungsweltmeister ist derart dreist, dass berechtigte Forderungen nach Entschädigungen und Reparationszahlungen jahrzehntelang negiert und zum Teil bis heute noch nicht geleistet wurden. Die derzeitige Bundesregierung behauptet allen Ernstes, weil bisher noch kein Friedensvertrag unterzeichnet sei, müsse man z.B. die finanziellen Verpflichtungen gegenüber Griechenland nicht leisten. Währenddessen ist Adolf Hitler ein weltweiter Exportschlager, als Marke mindestens genauso bekannt wie Coca-Cola, das Holocaust-Mahnmal in Berlin eine beliebte touristische Vergnügungsstätte und bald eines der beliebtesten Bücher dieses Landes, nein der Welt, wieder legal im Handel erhältlich: »Mein Kampf«.

Das ökonomische Erfolgsmodell Deutschland beruht auf einem autoritären Korporatismus, der u.a. für die notwendige Flexibilität der hierzulande angestellten Arbeitskraftbehälter sorgt. Nullrunden als gemeinschaftlicher Akt zur Rettung von Arbeitsplätzen, dank Überidentifizierung mit der eigenen Firma oder »freiwillige«, unentgeltliche Überstunden, wenn es mal nicht so gut im Betrieb läuft, sind für den deutschen Arbeiter selbstverständlich. Kleinere Gewerkschaften müssen hierzulande um ihre Existenz bangen, weil sie es gewagt hatten, ihr verbrieftes Recht auf einen legalen Arbeitskampf in Anspruch zu nehmen und den deutschen Volkszorn zu oft hervorriefen. Nicht zu vergessen, der rundum erneuerte Reichsarbeitsdienst, besser bekannt unter dem Namen »Ein-Euro-Job«.

Angela Merkel gefällt das.

Die neue Sehnsucht der deutschen Volksgemeinschaft nach den guten alten Zeiten findet ebenfalls in der modernen Form der nationalsozialistischen Familienpolitik, wonach Frauen an Heim und Herd gehören, sowie unzählige Kinder für die Volksgemeinschaft gebären sollen, wie dem »Müttergeld«, seinen Ausdruck. In Berlin-Mitte ist dieser »Backlash« daran zu erkennen, dass längst als ausgestorben geltende Vornamen auf einmal wieder in Mode kommen. Der dazugehörige Kinderwagen von Oma ist ein »must-have«, weil ohne Plastik, nicht aus Amerika und immer noch gut in Schuss. Gefüttert wird das Balg natürlich mit Lebensmittel ohne Gentechnik. Ein arischer Bub, braucht keine amerikanischen Bohnen. Die Ablehnung des Freihandelsabkommens TTIP bekommt man nicht nur in solchen Kiezen mit der Muttermilch indoktriniert.

Im Fernsehen bedauert die ganzen Nation die Opfer des zweiten Weltkrieges, wozu für sie zweifelsohne beinahe alle Deutschen gehören. Die Tatsache, dass eine rechtsterroristische Vereinigung, ungestört, zehn Jahre lang im Land morden konnte, ist den meisten Mitgliedern dieses erbarmungslosen Rackets dagegen völlig egal. Nationalsozialisten sind bzw. waren immer die Anderen. Grauenvolle Schmonzetten wie »Unsere Väter, unsere Mütter«, in denen „die keuschen, opferbereiten Arier, der Leutnant und die Krankenschwester, die Helden der Geschichte“ (New York Times – Chefkritiker B.O. Scott) sind, erreichen selbstverständlich hohe Einschaltquoten. Quacksalber wie Guido Knopp, gelten nicht nur im wissenschaftlichen Betrieb als ernstzunehmende Historiker. Und der Umstand, dass der ehemalige Wehrmachtssoldat Helmut Schmidt oder das ehemalige SS-Mitglied Günther Grass als große Intellektuelle dieses Landes gelten, erregt ebenso keinen öffentlichen Widerspruch.

Opposition in solchen Zeiten gleicht der Arbeit von Sysiphus. Die Lage ist verzweifelt, beinahe ausweglos. Allein die Erinnerung daran, dass Nazi-Deutschland letztendlich dennoch militärisch besiegt wurde, ist heute noch im deutschen Kollektivbewußtsein eine unvergessene Schmach. In diese Wunde wollen wir etwas Salz streuen. Also raus auf die Straße. Auf nach Torgau! Feiern wir am Elbe-Day, an dem Tag als die sowjetischen und amerikanischen Soldaten das erste Mal aufeinandertrafen, die Besetzung von Deutschland.

Im Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus.
Deutschland in den Rücken fallen!

/////////// Achtet auf weitere Ankündigungen. ///////////

/// 70years.blogsport.eu /// twitter.com/ADAktionBerlin ///

Zur Demonstration rufen auf:

Antideutsche Aktion Berlin [ADAB]
Antifa Task Force [ATF] Jena
association [belle vie] Hannover
Association Progrés Eichsfeld
BAK Shalom der Linksjugend [’solid]
Contre la tristesse Rostock
Freundeskreis der Dialektik Rostock
Gesellschaftskritische Odyssee Halle
Linksjugend Sachsen
Linksjugend [’solid] Osnabrück

Licht am Ende des Tunnels?

Tunesien: Vier Jahre nach der Flucht von Ben Ali

Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin
am Mittwoch den 14. Januar 2015 um 19:30 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Am 14. Januar 2011 verließ Präsident Zine el-Abidine Ben Ali fluchtartig Tunesien. Zehn Tage zuvor erlag Mohamed Bouazizi in einem Krankenhaus in Tunis seinen Verletzungen. Der 26-jährige Händler hatte sich vor dem Gouvernementsgebäude in der Provinzhauptstadt Sidi Bouzid selbst in Brand gesetzt, um gegen die Konfiszierung seines Obst- und Gemüsestandes zu protestieren. Dieser verzweifelte Protest löste landesweite Solidaritätskundgebungen aus, die sich schnell zu regimekritischen Kundgebungen ausweiteten. Letztendlich lösten diese Ereignisse in Tunesien den so genannten „Arabischen Frühling“ aus.

Vier Jahre später gilt der Übergangsprozess mit dem Wahlsieg des 88-jährigen Beji Caid Essebsi als abgeschlossen. „Sehr froh über die Niederlage von Marzouki. Sehr traurig über den Sieg von Essebsi. Was für ein Land…“, kommentiert ein tunesischer Blogger den Wahlausgang. Eine Mehrheit hat zwar in der Stichwahl Essebsi seine Stimme gegeben, aber richtig glücklich war sie damit nicht. Der neue Präsident war in den vorangegangenen Jahrzehnten in verschiedenen Regierungsämtern, darunter als Innen-, Verteidigungs- und Außenminister aktiv. Unter Zine el-Abidine Ben Ali wurde er Präsident der Abgeordnetenkammer. Andererseits war er jahrelang ein prominentes Mitglied der Tunesischen Menschenrechtsliga und zog sich 2005 aus der Politik zurück, da er das Gefühl gehabt habe, keine großen Änderungen im politischen System bewirken zu können.

Seine Kritiker befürchten eine schleichende Annäherung an die alten Machtverhältnisse. Sie werfen Essebi vor, er strebe eine Rückkehr zum Autoritarismus an. Außerdem seien in seinem Umfeld viele ehemalige Günstlinge des alten System. Doch die größte Herausforderung stellt die von der rebellierenden Jugend geforderte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage dar. Das Landesinnere und der Süden, wo der Aufstand vor vier Jahren begann, sind geprägt von einer hohen Arbeitslosigkeit und somit Perspektivlosigkeit.

Bernd Beier, Redakteur und Mitherausgeber der Wochenzeitung Jungle World, reist regelmäßig nach Tunesien und berichtet über die derzeitige Situation.

[Edit] Aus aktuellem Anlass wird der Referent auch die Tunesien-Connection der Charlie-Hebdo-Killer beleuchten.

20 Jahre AG Antifa

Eine Veranstaltung der AG Antifa Halle
am Freitag den 19. Dezember 2014 um 20:00 Uhr
in der VL, Ludwigstraße 37, Halle

Podiumsveranstaltung „Was heißt Antifaschismus heute?“ mit Vertretern der: AG Antifa, AG »No Tears for Krauts«, Antideutsche Aktion Berlin, Beatclub Dessau, Gesellschaftskritische Odyssee, Initiative Sozialistisches Forum, Miteinander e. V., Redaktion Bahamas, VL Ludwigstraße

Anschließend Party mit: The Love Dictators, Eurodance (Moldawia), DJ Sören Glutamat (Berlin) und weiteren DJs.

70years – the allied triumph over Germany

Siebzig Jahre ist es nun her, seit die Alliierten am 6. Juni 1944 eine Großoffensive starteten, um den Nationalsozialismus militärisch zu besiegen. 160.000 alliierte Soldaten landeten an einem schmalen Streifen in der französischen Normandie, um den Beginn der eigentlichen Befreiung Europas vorzubereiten. Auch wenn es für die Wehrmacht bereits vorher Niederlagen in Stalingrad oder El Alamein gab, kann man den D-Day doch als den endgültigen Anfang vom Ende des Nationalsozialismus verstehen.

Auf unserem Blog und auf Facebook wollen wir uns daher in den nächsten Wochen intensiv mit dem D-Day und dem Jahr 1944 auseinandersetzen. Parallel zu dem Blog, erscheint am 6. Juni eine antifaschistische Jugendbroschüre, Plakate sowie Aufkleber.

Quo vadis Syrien?

Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin
am Sonntag den 08. Juni 2014 um 19:30 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Für den 3. Juni 2014 plant der syrische Machthaber Bashar al-Assad Präsidentschaftswahlen im vom Bürgerkrieg zerstörten und geteilten Land. Lediglich zwei regimetreue Kandidaten, Hassan Abdullah al-Nuri aus Damaskus und der kommunistische Abgeordnete Maher al-Hadschar, treten gegen den langjährigen Diktator an. Alle anderen Bewerber, vor allem Exilpolitiker, die den Großteil der politischen Opposition zu Assad ausmachen, hätten angeblich die notwendigen juristischen und verfassungsrechtlichen Kriterien nicht erfüllt.

Die Wahl soll nur in jenen Gebieten stattfinden, die von dem syrischen Regime kontrolliert werden. Womit jetzt schon klar ist, dass ein erheblicher Teil des Landes nicht an der Abstimmung teilnehmen kann. Zudem ist ein Großteil der Bevölkerung seit Beginn des Bürgerkriegs vor drei Jahren zumeist in die Nachbarländer geflohen und somit auch nicht in der Lage seine Stimme abzugeben.

Nach dem Abzug der Rebellen aus Homs wird gleichzeitig der militärische Druck durch die syrische Armee und ihre Verbündeten auf die weiter nördlich gelegenen Rebellengebiete erhöht. Dort entlädt sich seit Monaten der Konflikt mit der radikalislamischen ISIS zusehens, Kidnapping untereinander, wechselseitige Bombenanschläge und Gefechte zwischen den Gegnern Assads sind an der Tagesordnung.

Der regelmäßige Einsatz von Giftgas durch die regimetreuen Truppen verhallt ohne großes internationales Echo. Die Nachrichten der kompletten Vernichtung der syrischen Giftgasvorräte und -fabriken stellen sich als Farce heraus. Barack Obamas rote Linie ist längst ein bluroter Fleck auf der weißen Weste des Friedensnobelpreisträgers. Das Interesse der Weltöffentlichkeit hat sich auf andere Schauplätze verlegt.

Siamend Hajo, Mitglied der Berliner Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie e.V. (BGFK), wird aus Sicht der syrischen Aktivisten über die derzeitige Situation in Syrien berichten.

Texte der Antideutschen Aktion Berlin zum Thema:

Free Syria From Assad!
veröffentlicht im Juni 2012

Once upon a time…
veröffentlicht im Oktober 2012