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Kein Dialog mit Islamisten!

Am vergangenen Freitag berichtete die Berliner Morgenpost über eine Begegnung zwischen „konservativen Moslems“ und „Schwulen und Lesben“ im ‚Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung‘ (IZDB) im Stadtteil Wedding. Dieses langfristig vorbereitete Aufeinandertreffen war laut dem Autor Ulrich Kraetzer „eine Zumutung“ und gleichzeitig „eine große Chance“ (1).

Die Chance, die gleichzeitig auch die Zumutung darstellte, bestand darin, sich die Ausführungen eines Imams anzuhören, der als interreligiöses Aushängeschild bundesweit herumgereicht wird. Sein Name: Ferid Heider.

Natürlich respektiere er homosexuelle Menschen, sagt er, und natürlich sei Gewalt gegen Homosexuelle nicht akzeptabel. Dann zögert er, windet sich – und sagt es dann doch. Die homosexuelle Neigung für sich genommen verurteile er nicht. Die Homosexualität auch auszuleben, betrachte er aber als Sünde. Ja, er kenne Muslime, die schwul seien, sagt Heider. Einige hätten ihn gefragt, wie sie damit umgehen sollten. Sie sollten es „nicht an die große Glocke hängen“, habe er geraten. Und: „Du kannst es jederzeit bereuen“.

Trotzdem sich Heider in der Öffentlichkeit homophob äußert, nachweislich Literatur des Islamisten Yusuf al-Qaradawi (2), der auf der gemeinsamen Terrorliste von Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains steht, bewirbt und auch sonst eine streng konservative Auslegung des Islams vertritt, kann er sich in Deutschland erfolgreich als verständnisvoller Integrationshampelmann verkaufen. Diese alltäglich zu beobachtende Bankrotterklärung wird noch getoppt von der Tatsache, dass eine ehemalige hochrangige Verfassungsschützerin bereitwillig bei der Aufgabe westlicher Werte mitwirkte:

Dann bittet Winfriede Schreiber, einst Leiterin des brandenburgischen Verfassungsschutzes und an diesem Abend Moderatorin der Runde, den Imam Ferid Heider nach vorne.

Solche Aktivitäten, wie die Teilnahme an der Gesprächsreihe ‚Islam meets LGBTI‘ oder an den Kundgebungen mit dem Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD), dienen als Feigenblatt. Sie werden von den islamistischen Protagonisten immer genau dann herangezogen, wenn sie aufgrund ihrer ideologischen Ausrichtung kritisiert werden. Schaut her, wir haben mit Homosexuellen gesprochen, wir fahren mit einem Rabbiner auf einem Rad und treten für Toleranz gemeinsam mit dem Bürgermeister ein. Dank der Teilnahme an solchen zivilgesellschaftlichen Zirkusveranstaltungen gelten islamistische Akteure auf einmal in der Öffentlichkeit als gemäßigt. Die Denunziation solcher interreligiösen Dialoge ist genau aus diesem Grund dringend notwendig.

Antideutsche Aktion Berlin im April 2018


Anmerkungen:

(1) Die Tatsache, dass der Berliner Verfassungsschutz dem Interkulturellen Zentrum „sogar Verbindungen zur Muslimbruderschaft“, deren „geistiger Führer, der Islamgelehrte Yusuf al-Qaradawi Homosexualität einst als „geschlechtliche Abartigkeit““ bezeichnete, attestiert, bügelt der Autor in einem Satz ab: „Im Alltag der meisten Moscheegänger dürften die Ansichten greiser Gelehrter aus arabischen Ländern keine große Bedeutung haben.

(2) Yusuf al-Qaradawi befürwortet die Todesstrafe bei „Unzucht“, billigt Selbstmordattentate gegen Israel und nannte Adolf Hitler „eine gerechte Strafe Allahs für die Juden“.

Reporter des Satans

In Deutschland legt man bekanntlich einen hohen Wert auf Qualitätsstandards. Diese werden allerdings immer dann verworfen, wenn sie die ideologisch motivierte Feinderkennung unnötig erschweren. Besonders Journalisten tun sich bereitwillig bei der Ortung der anvisierten Volksschädlinge hervor. So hat sich erst vor kurzem der Dreigroschjunge Mohamed Amjahid im Zeit Magazin an der Exmatrikulation antideutscher Kritiker versucht.

Nun legte sein »best buddy« nach. Für das Schmierentheater um den Neuköllner Buchladen Topics, der seine Schließung mit dem Verweis auf einen Shitstorm – ausgelöst durch antinationale Linke – begründet, wurde bei Zeit Online Armin Langer an die Schreibmaschine geordert. Dieser schreibt in einem Anfall von Wahnsinn über die „Machttrunkenheit, Sturheit und Humorlosigkeit selbstgerechter Nachfahren der Täter“ welche an der Pleite des Ladens Schuld seien sowie von „Randalierern“ aus der „antideutschen Szene“, die auf Enkelkinder von Holocaustüberlebenden losgehen würden. Woher bezieht aber Langer seine Informationen für das monströse Wortgeklimper? „Laut Zeitungsberichten stammen die meisten Randalierer aus der antideutschen Szene.ZEIT Online

Im Schützengraben…

Die angeführten Zeitungsberichte wurde nicht nur von unserer Seite längst als jene Farce geoutet, die sie schon in der Sekunde waren als sie in die WELT gesetzt wurden. Doch der Rolf Verleger für Pseudointellektuelle holzte in der ZEIT trotzdem nach: Langer entfaltet in seinem Kommentar ein Narrativ wonach »deutsche Antideutsche« versus in Deutschland Lebende Juden agieren würden. Eine Schnurre, die spätestens an dem Punkt jedem Vernunftbegabten auffallen sollte, wo Langer die BDS-nahe Jewish Anti Fascist Action Berlin zu einer „der größten jüdischen Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik“ hochjazzt.

reporter des satans

Die Jüdische Allgemeine fragte sich vor zwei Jahren ob der ehemalige Rabbinerstudent „bald seinen eigenen Zentralrat gründen“ wird. Man riet ihm damals „vor dem Start seiner großen politischen Karriere noch ein wenig (zu) üben“. Doch er wollte nicht hören. Dafür wollen seine Rezipienten umso mehr lesen, was die ZEIT wiederum auf den Plan brachte.

Das Wort »antideutsch« hat in deutschen Redaktionsstuben vor allem eine Funktion: Es soll diskreditieren und den Gegenüber als nicht satisfaktionsfähig erklären. So übertitelte die TAZ am 29.März 2016 – Thema war das soeben veröffentlichte Parteiprogramm der Alternative für Deutschland (AfD) – ihren Leitartikel mit der Schlagzeile „Die Anti-Deutschen“. Dabei ist es egal ob nun bürgerliche Presse oder linksalternativer Journalismus, wer nicht zum eigenen idealisierten Bild von der Berliner Republik gehört, der wird (volks)gemeinschaftlich aus dem Diskurs geholzt.

… gibt es keine Standards.

Das es grade bei dem Fall des Neuköllner Buchladens angemessen wäre die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen, hätte einem Journalisten, der seinen eigenen Berufskodex wenigstens halbwegs ernst nimmt, durchaus auffallen können. Vor allem der Unterschied zwischen Antideutschen und antinationalen Linken wie der TOP Berlin, ist wirklich kein großes Geheimnis.

Dass aber Armin Langer eine antizionistische Gruppe zu einer jüdischen Bürgerinitiative umlügen darf, setzt dem Fass die Krone auf. In diesem Fall hat sich die ZEIT zur Partei gemacht und jegliche journalistische Sorgfaltspflicht sausen lassen. Interessant dabei zu erwähnen, von einem Fotoreporter der eine Hetzjagd während der G20-Proteste auslöste hat sich die Redaktion getrennt, aber soviel ist uns klar: Armin Langer wird weiterhin seine Ergüsse in diesem Medium veröffentlichen können. Er ist derzeit der beliebteste Alibijude für die antizionistischen Deutschen. Deshalb halten wir es weiterhin mit Karl Kraus und verbringen auch die nächsten Jahre damit, „den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen.

PS: Liebe TOP Berlin, ihr habt euch 10 Jahre verzweifelt an die deutsche Linke rangeschmissen und werdet dennoch als Antideutsche bezeichnet. Wir hoffen, es tut noch immer etwas weh.

PPS: Liebe WELT-Redaktion, sehr geehrte Frau Lühmann, was genau ist eigentlich ein israelischer Buchladen? Eine Buchhandlung die einzig und allein israelische Bücher verkauft ist das Topic bekanntlich nicht.

PPPS: Bei der Jewish Anti Fascist Action Berlin von „Nähe zur BDS-Bewegung“ zu sprechen ist unsererseits übrigens vorsichtig formuliert. Jutta Ditfurth nennt sie z.B. einen „BDS-Klon“ der dem „BDS ein linkeres Image verpassen“ soll.

Antideutsche Aktion Berlin im Juli 2017

Drei Groschen, Junge?

Der Journalismus ist ein Terminhandel, bei dem das Getreide auch in der Idee nicht vorhanden ist, aber effektives Stroh gedroschen wird.Karl Kraus

Wenn das Thema Antideutsche in der Presse auftaucht, dann wird zumeist eine wilde Mischung aus hanebüchenen Vorurteilen und illustren Halbwahrheiten verbreitet. Ob Jakob Augstein, Alan Posener oder Moshe Zuckermann, sie allesamt malen ein Bild von einem neurotischen – sich selbstverständlich selbsthassenden – Antideutschen, dessen Weltbild nur aus den Farben Schwarz sowie Weiß besteht und dessen Horizont einzig auf die spezifisch deutsche Situation begrenzt ist. Dieser Antideutsche dient als vorzüglicher Pappkamerad, für die bürgerlichen ebenso wie für die linken Medien. Auf ihn können sie mit den immer selben Phrasen eindreschen, die Konsumenten applaudieren garantiert artig wie dressierte Affen.

Journalistische Sorgfalt spielt beim Kampf gegen den politischen Gegner aka die antideutschen Volksschädlinge keinerlei Rolle. Es gilt ja schließlich einen Feind zu vernichten, Stichwort: Sexpartys, Bayern München und Kinderzimmer. Da reicht ein einziger Otto völlig aus, um ein Potpourri aus böswilligen Unterstellungen und erfundenen Horrorgeschichten dem völlig entsetzten Publikum zu präsentieren. Eine wilde Safari durch eine halluzinierte Pubertät für die gelangweilten Bildungsbürger. Wir Exoten wirken aber nicht nur fremd. Wir entspringen einer Welt, für die Deutsche einfach keinen Zugang finden wollen. Einer Welt wo Hedonismus kein Schimpfwort, wo Journalismus der Wahrheit verpflichtet und wo das Leben wenigstens ein wenig lebenswert ist.

Normalerweise sind Antideutsche kein Thema in den relevanten Publikationen, außer es dient der deutschen Volkshygiene, eine Art publizistischer Frühjahrsputz, oder wird als gesellschaftliches Initiationsritual und berufliches Sprungbrett missbraucht. So gesehen lieferte der Dreigroschenjunge Mohamed Amjahid mit seinem Artikel im Zeit-Magazin nur die in diesem Land dringend benötigte Gesellenprüfung ab. Und das nicht einmal originell. Die versammelten Vorwürfe sind altbacken, allein die ausschweifenden Sexpartys sorgten für ein paar Lacher bei uns. Bitter dagegen ist die Tatsache, dass der Autor auf seinem privaten Blog – ohne auch nur eine konkrete Quelle zu benennen – den Vorwurf des Rassismus weiterhin ventiliert. Antisemitismus wiederum interessiert Amjahid genauso wenig wie seine autochthonen Kollegen. Weshalb wir die Gelegenheit nutzen wollen um zur erfolgreichen Integration zu gratulieren!

Übrigens, Leo Fischer, die Kritik an der deutschen Ideologie wurde nicht erst vor 30 Jahren in die Welt gesetzt, sondern ein extrem bärtiger Mann schrieb sie vor über 150 Jahren ins Stammbuch der Sozialdemokratie. Dieser Mann heißt Karl Marx.

Antideutsche Aktion Berlin im März 2017

Vom Teufel und vom Beelzebub

Deutschland zeigt sich in diesen Tagen wieder in all seiner Hässlichkeit. Wie Björn Höckes Rede in Dresden eindrucksvoll beweist, war es richtig im Mai letzten Jahres den Höcke-Sumpf in Bornhagen „Straight to hell“ zu wünschen. So weit, so schlecht.

Nur einen Tag später wird jedem, dem noch etwas an der Kritik der deutschen Verhältnisse liegt, eindrucksvoll bewusstgemacht, dass in Deutschland das Gegenteil von etwas Schlechtem nicht zwangsläufig das Bessere ist. Es hagelte Anzeigen verschiedener Personen und Politiker wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Höcke. Unabhängig davon, ob dies juristisch nun der Fall ist oder nicht lohnt sich ein Blick auf so manche, die sich jetzt mit einem solchen Schritt versichern auf der richtigen, also der linken und deutschen, Seite zu stehen.

Dazu gehört auch der Autor folgender Zeilen: „Unser Volk war die bereitwilligste Manövriermasse für die Kulturmonopolisten aus den USA. Derart intensiv ist kein Volk in Westeurropa jemals fremdbestimmt worden. (…) Das hier vorliegende Volksliederbuch ist in einer historischen Phase entstanden, die Geschichtsschreiber später wohl einmal als neuen nationalen Aufbruch bezeichnen werden. Der deutsche Wald, die Heimat können sich nur noch auf die Linke verlassen, sei sie nun rot oder grün oder am besten beides.

Zugegeben, das ist schon etwas länger her. Zur Fußball EM 2016 machte sich der Höckekritiker auf, eine Deutschlandfahne an sein Auto anzubringen um ein Zeichen gegen „antideutsche Intoleranz“ zu setzen. Gegenüber Xavier Naidoo, der ja schon mal bei Reichsbürgern singt, sieht er schon einmal eine „antideutsche shitstorm SA“ am Werk. Er selbst bezeichnet sich auch als „glühenden Verschwörungstheoretiker“ und findet, dass man sich auch „mit der Hamas solidarisieren können“ muss. Kurz: Wer braucht schon einen Höcke, wenn man einen Diether Dehm hat.

Doch auch das staatstragende Deutschland in Person von Sigmar Gabriel (SPD) reagiert selbstredend entsetzt. Höckes Statement zu seiner Dresdner Rede liest sich auf seiner Facebook Seite so: „Diese Fähigkeit, sich der eigenen Schuld zu stellen, zeichnet uns Deutsche aus.“ Ebenfalls auf Facebook schreibt Gabriel: „wir Deutschen haben uns mit diesen unvorstellbaren Verbrechen auf eine Art und Weise auseinandergesetzt, die uns auch bei denen Respekt eingebracht hat, denen gegenüber Deutsche schuldig geworden sind.“ Feel the difference.

Gabriel fährt fort und beweist, dass man in Deutschland immer den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will: „Björn Höcke unterstellt, der Umgang mit unserer Nazi-Vergangenheit mache uns klein. Das Gegenteil ist richtig: Dass wir uns unserer Geschichte gestellt, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, war die Voraussetzung dafür, dass Deutschland weltweit respektiert wird. Björn Höcke verachtet das #Deutschland, auf das ich stolz bin. Nie, niemals dürfen wir die Demagogie eines Björn Höcke unwidersprochen lassen. Nicht als Deutsche, schon gar nicht als Sozialdemokraten.

Die Geschichte als „abstraktes Symbol“, als „Anstecknadel und Gesinnungsbrosche“ (Eike Geisel) die Deutschland wieder zu weltweitem Respekt (Sigmar Gabriel) verhilft, ist dabei nur die andere Seite der deutschen Medaille.

Antideutsche Aktion Berlin im Januar 2017

Das Urteil und der Schlußstrich.

Das ist ein gutes Deutschland, das beste, das wir jemals hatten. Joachim Gauck

Dann ist sozusagen hier, das notwendige, was – in Anführungszeichen – erwartet wurde, erfüllt, und damit finita la comedia.Michael Wolfffsohn

Ein vor über dreißig Jahren eingeleitetes Gerichtsverfahren wegen „Gefangeneneigentumsverwaltung“ endete nach zahllosen Etappen mit einem Richterspruch „im Namen des Volkes“: Oskar Gröning „hat sich schuldig gemacht der Beihilfe zum Mord in 300.000 zusammenhängenden Fällen“. Dieses Urteil stößt medial auf breite Zustimmung. Nebenklagevertreter wie Thomas Walther jubeln sogar: „Das ist wunderbar. Das ist eine Erfüllung juristischer Träume.“ Doch dieses Urteil ist weit mehr. Es ist der nächste Meilenstein auf dem Weg zum endgültigen Schlußstrich.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt 1977 ein Ermittlungsverfahren gegen Oskar Gröning eingeleitet hatte, wurde es nach acht Jahren eingestellt. „Nach gründlicher Durcharbeitung der Vorgänge ergibt sich kein zur Erhebung der öffentlichen Klage hinreichender Tatverdacht“, lautete die damalige Begründung. Weitere Argumente für die Einstellung des Verfahrens sollten später dargelegt werden. Doch dazu kam es nie. Im Namen des deutschen Volkes wollte in dieser Zeit niemand den „Buchhalter von Auschwitz“ vor Gericht zerren.

Es brauchte mehrere Jahrzehnte, bis ein Richter, in diesem Fall der Vorsitzende Richter der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg, zu dem Schluß kam, dass „Auschwitz schlicht und ergreifend eine auf die Tötung von Menschen ausgerichtete Maschinerie“ war. Und somit jeder, der daran in irgendeiner Form mitwirkte, sich der Beihilfe zum Mord strafbar machte. Interessant daran ist nicht nur die Frage, warum noch kein Gleisbauer, Lokomotivführer oder Rangiermeister sich vor Gericht verantworten musste, sondern auch, wieso innerhalb von dreißig Jahren sich die Sicht der Dinge derart verändert hat.

Aus der Sicht der Täter.

Der Prozess gegen Gröning hat die ungeheuerlichen Verbrechen greifbar gemacht“, kommentiert Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung das Urteil gegen Oskar Gröning. Wie so oft liegt er auch in diesem Fall falsch. Ungeheuerliche Verbrechen können nicht greifbar, quasi für den alltäglichen Hausgebrauch nutzbar, gemacht werden. Sie sind und bleiben unbegreiflich. Was Prantl wirklich meint, kann man einige Zeilen später lesen: „Es geht und ging nicht um die Höhe der Strafe, es geht und es ging um den Schuldspruch“. Ein Schuldspruch um des Schlußstrichs willen. Ein Schuldspruch der nicht Recht spricht, deshalb ist dem Prantl die Höhe der Strafe egal, sondern der das neue Deutschland frei spricht.

Die Aufarbeitung der ‚Schande Deutschlands‘, juristisch, historisch und politisch ist die Voraussetzung für eine aktivere Rolle Deutschlands in der Welt. Dabei ist nicht von Interesse wie diese Auseinandersetzung stattfindet, allein es reicht, dass sie stattfindet. Genau dies gilt auch für den Prozess. Es war nicht wichtig wie lange Oskar Gröning hinter schwedischen Gardinen verschwinden muss, ob er überhaupt seine Strafe antritt, sondern das er verurteilt wird. Und zwar „im Namen des Volkes“.

Richter Kompisch drückte am Ende des Prozess sogar seine Dankbarkeit aus, dass Oskar Gröning seinen Lebensabend – zumindest teilweise – dem neuen Deutschland opfert. „Insgesamt verdient Ihr Verhalten durchaus Respekt, Herr Gröning“, da er sich dem Verfahren und seiner Verantwortung gestellt habe. „Ich habe die Hoffnung“, so Kompisch, „dass diese Entscheidung für Sie vielleicht ein Schlussstrich unter das Geschehen sein könnte.

Wir dagegen schließen uns Michael Wolffsohn an: „300.000 Märtyrer, drei Jahre, das ist doch in keinem Verhältnis zueinander. Das heißt, wenn ich Gerechtigkeit anstrebe durch ein derartiges Rechtsverfahren, sehe ich keine Gerechtigkeit darin.

Antideutsche Aktion Berlin im August 2015