Archiv für Februar 2018

Reclaim the Streets

Beinahe fünf Jahre hat es gedauert, nun könnt Ihr ab sofort folgende Motive bei uns bestellen.

Antifa 3.0

Antifa 3.0. Gegen Islamismus, Nationalsozialismus und Stalinismus.

Nonchalance

Für Individualität, Genuss & Nonchalance.
Gegen Ökodeutsche und autoritäre Sozialdemokraten.

Freiheit

Wir wählen die Freiheit. Gegen Stalinkult und DDR-Verherrlichung.

Wendet Euch einfach an uns per Mail: ada-berlin[at]gmx.net

Wie Erdbeereis im Kindermund

Ich bin der Meinung, dass es für uns – sei es für den einzelnen, für eine Partei, eine Armee oder eine Schule – schlecht ist, wenn der Feind nicht gegen uns Front macht, denn in diesem Fall würde es doch bedeuten, dass wir mit dem Feind unter einer Decke steckten. Wenn wir vom Feind bekämpft werden, dann ist das gut; denn es ist ein Beweis, dass wir zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich gezogen haben. Wenn uns der Feind energisch entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt und gar nichts bei uns gelten lässt, dann ist das noch besser; denn es zeugt davon, dass wir nicht nur zwischen uns und dem Feind eine klare Trennungslinie gezogen haben, sondern dass unsere Arbeit auch glänzende Erfolge gezeitigt hat.Mao Tse Tung

ZEIT

Unsere Arbeit hat glänzende Erfolge gezeitigt. Zu dieser Auffassung muss zumindest die ZEIT-Redaktion gelangt sein. Weshalb sonst würde die Hamburger Wochenzeitung innerhalb von einem Jahr gleich drei Schmähartikel gegen Antideutsche abdrucken? Nachdem im März des vergangenen Jahres der Dreigroschenjunge Mohamed Amjahid mit einem Artikel im Zeit-Magazin reüssieren durfte, im Juni Armin Langer die Mär von der „Angst der Juden vor den Judenfreunden“ in die Welt setzte, tritt nun ein weiterer Autor in Erscheinung, der seine Erfahrungen mit der radikalen Linken wild zusammengewürfelt als Abschied von einer angeblich rassistischen Zusammenrottung öffentlich zelebriert:

Doch dann war da auch die linke Feministin, die mich auf rechtspopulistische, islamophobe Blogs verwies, um ihre vermeintliche Religionskritik zu belegen. Oder der Antifaschist, der mir sagte, er möge mich eigentlich, wäre da nicht die Sache mit meiner Alkoholabstinenz.

Persönliche Lebenserfahrungen als Beleg für die Verderbtheit einer gesamten Szene zu verkaufen, so dachten wir zumindest, ist die Domäne der Boulevardpresse. Dort können Aus- und Umsteiger die Beichte ihrer politischen Untaten ablegen, um dann, wie Phoenix aus der Asche entstiegen, den neuen politischen Zeitgeist zu beschwören und somit ihre Verwertbarkeit als geläuteter Sünder dem geneigtem Publikum anzudienen. In diesem Fall ist es die Qualitätspresse, die sich nicht einen Deut darum schert, dass der anonymisierte Autor keinerlei Beleg für seine Behauptungen liefert. Wozu auch? Es gilt schließlich mit allem verfügbaren Wahnsinn der Diskriminierung von Muslimen entgegenzutreten!

Eine publizistische Bankrotterklärung

Als ich einem linken Aktivisten erklärte, warum ich während der muslimischen Fastenzeit nichts esse, hörte ich danach nie wieder von ihm. Wenn ich meinen Alkoholverzicht mit meinen Punkfreunden erklärte, also mich als straight edge bezeichnete, brachte mir das Respekt ein. Wenn ich dies aber religiös begründete, oder sie mir einfach ohne zu fragen unterstellten, es habe religiöse Gründe – dann sagten sie, man könne mit mir keine Freizeit verbringen. Und wenn ich den Begriff „islamophob“ verwendete, nannten mich manche einen Islamisten. Islamophobie gebe es nämlich nicht, das sei eine Erfindung islamistischer Propagandisten.

Sich gegen Kritik mit erfundenen Deprivationsvokabeln abzudichten und dabei die Rolle des bemitleidenswerten Opfers zu bekleiden, ist selten bescheuert, aber hierzulande eine sehr erfolgreiche Strategie. Der berechtige Einwurf, dass solch eine Selbstkasteiung, sprich die strenge Einhaltung der religiösen Vorschriften, keinerlei Unterstützung verdient, wird eben nicht nur von ganz sensiblen Zeitgenossen als Rassismus ausgelegt. Genau deshalb wurde das Traktat auf ZEIT-Online veröffentlicht. Mittels dieser individuellen Opferrolle rückwärts sollen islamkritische Stimmen innerhalb der Linken als rassistisch abgestempelt werden. Der Auflage schadet es ganz bestimmt nicht.

Der Feind lauerte für meine Freunde seitdem nicht mehr nur in der rechten Ecke, sondern in migrantischen Vierteln und Milieus. Da war es dann auch nur konsequent, gegen diesen Feind staatliche Repressionen zu fordern: Racial Profiling, Überwachung, massive Polizeieinsätze, sogar militärische Interventionen. Mitglieder der Grünen Jugend, mit denen ich früher gegen Krieg demonstriert hatte, schlossen sich der Initiative „Stop the Bomb“ an. Ich kannte die Initiative bis dahin nur aus rechtspopulistischen Blogs, auf deren Konferenz 2008 hatten Teilnehmer einen atomaren Präventivschlag gegen den Iran gefordert.

Damit der neu auserkorene Feind als blutrünstiger Wiedergänger der Nationalsozialisten auch zielgenau erkannt wird, streut man bereitwillig diese Aneinanderreihung gröbsten Unfugs unter das Publikum. Eine systematische rassistische Verfolgung, der Ausbau hin zum totalitären Überwachungsstaat und atomare Angriffskriege: Die ZEIT liefert die Schlagwörter für eine größtmögliche Empörungswelle, die alsbald schlagende Burschenschaften hierzulande als Argument gegen jede Vernunft genauso erfolgreich ins Felde führen werden, wie es an den Universitäten in angelsächsischen Ländern schon heute teilweise der Fall ist.

Wehret den Anfängen!

Als in der Nacht vom 9. auf dem 10. November 2017 vermutlich Rechtsradikale einen Brandanschlag gegen eine Marburger Moschee verübten, war die einzige Reaktion der lokalen Antifa, mögliche Verbindungen der Moschee zu Islamisten zu diskutieren.

Wenn der Autor gezwungen ist konkret zu werden, schmilzt sein mühsam aufgebautes Konstrukt so schnell wie Erdbeereis in einem Kindermund. Die Antifaschisten aus Marburg verurteilten in ihrer Pressemitteilung nach dem Brandanschlag „rassistische Angriffe jeder Art“ und wiesen ausdrücklich auf die „Gewaltbereitschaft“ der lokalen Neonaziszene hin. Nur drei Minuten Recherche hätten diese Information zu Tage gefördert. Aber wozu die Mühe, wenn man doch die Möglichkeit hat, unhinterfragt Gerüchte zu streuen.

Befreundete Antifaschisten von damals sprechen heute in sozialen Medien von „kulturell unterlegenen“ Ländern, wenn sie Staaten im Nahen Osten meinen. Einer ging gleich so weit, nach den antisemitischen Parolen bei den propalästinensischen Demonstrationen im Dezember Islamisten die Reise nach Israel anzubieten, „damit sie dort von den Sicherheitskräften eine Kugel in den Kopf bekommen“.

Zum Ende die sinnstiftende Pointe: Antifaschisten, die sich mit Israel solidarisch erklären und den bewaffneten Selbstschutz verteidigen, sind skrupellose Gangster, die sich nur den Tod ihrer Gegner wünschen. Am besten durch einen atomaren Erstschlag. (Pro-)Palästinensische Demonstranten dagegen rufen zwar antisemitische Parolen, sind aber in Wirklichkeit die wahren Opfer. Deshalb dürfen sie zu allen erdenklichen Mitteln greifen. Deutsche Opferlogik auf Höhe der ZEIT.

Die Trennungslinie ist klar.

Antideutsche Aktion Berlin [ADAB] im Februar 2018