Archiv für Juli 2017

Reporter des Satans

In Deutschland legt man bekanntlich einen hohen Wert auf Qualitätsstandards. Diese werden allerdings immer dann verworfen, wenn sie die ideologisch motivierte Feinderkennung unnötig erschweren. Besonders Journalisten tun sich bereitwillig bei der Ortung der anvisierten Volksschädlinge hervor. So hat sich erst vor kurzem der Dreigroschjunge Mohamed Amjahid im Zeit Magazin an der Exmatrikulation antideutscher Kritiker versucht.

Nun legte sein »best buddy« nach. Für das Schmierentheater um den Neuköllner Buchladen Topics, der seine Schließung mit dem Verweis auf einen Shitstorm – ausgelöst durch antinationale Linke – begründet, wurde bei Zeit Online Armin Langer an die Schreibmaschine geordert. Dieser schreibt in einem Anfall von Wahnsinn über die „Machttrunkenheit, Sturheit und Humorlosigkeit selbstgerechter Nachfahren der Täter“ welche an der Pleite des Ladens Schuld seien sowie von „Randalierern“ aus der „antideutschen Szene“, die auf Enkelkinder von Holocaustüberlebenden losgehen würden. Woher bezieht aber Langer seine Informationen für das monströse Wortgeklimper? „Laut Zeitungsberichten stammen die meisten Randalierer aus der antideutschen Szene.ZEIT Online

Im Schützengraben…

Die angeführten Zeitungsberichte wurde nicht nur von unserer Seite längst als jene Farce geoutet, die sie schon in der Sekunde waren als sie in die WELT gesetzt wurden. Doch der Rolf Verleger für Pseudointellektuelle holzte in der ZEIT trotzdem nach: Langer entfaltet in seinem Kommentar ein Narrativ wonach »deutsche Antideutsche« versus in Deutschland Lebende Juden agieren würden. Eine Schnurre, die spätestens an dem Punkt jedem Vernunftbegabten auffallen sollte, wo Langer die BDS-nahe Jewish Anti Fascist Action Berlin zu einer „der größten jüdischen Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik“ hochjazzt.

reporter des satans

Die Jüdische Allgemeine fragte sich vor zwei Jahren ob der ehemalige Rabbinerstudent „bald seinen eigenen Zentralrat gründen“ wird. Man riet ihm damals „vor dem Start seiner großen politischen Karriere noch ein wenig (zu) üben“. Doch er wollte nicht hören. Dafür wollen seine Rezipienten umso mehr lesen, was die ZEIT wiederum auf den Plan brachte.

Das Wort »antideutsch« hat in deutschen Redaktionsstuben vor allem eine Funktion: Es soll diskreditieren und den Gegenüber als nicht satisfaktionsfähig erklären. So übertitelte die TAZ am 29.März 2016 – Thema war das soeben veröffentlichte Parteiprogramm der Alternative für Deutschland (AfD) – ihren Leitartikel mit der Schlagzeile „Die Anti-Deutschen“. Dabei ist es egal ob nun bürgerliche Presse oder linksalternativer Journalismus, wer nicht zum eigenen idealisierten Bild von der Berliner Republik gehört, der wird (volks)gemeinschaftlich aus dem Diskurs geholzt.

… gibt es keine Standards.

Das es grade bei dem Fall des Neuköllner Buchladens angemessen wäre die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen, hätte einem Journalisten, der seinen eigenen Berufskodex wenigstens halbwegs ernst nimmt, durchaus auffallen können. Vor allem der Unterschied zwischen Antideutschen und antinationalen Linken wie der TOP Berlin, ist wirklich kein großes Geheimnis.

Dass aber Armin Langer eine antizionistische Gruppe zu einer jüdischen Bürgerinitiative umlügen darf, setzt dem Fass die Krone auf. In diesem Fall hat sich die ZEIT zur Partei gemacht und jegliche journalistische Sorgfaltspflicht sausen lassen. Interessant dabei zu erwähnen, von einem Fotoreporter der eine Hetzjagd während der G20-Proteste auslöste hat sich die Redaktion getrennt, aber soviel ist uns klar: Armin Langer wird weiterhin seine Ergüsse in diesem Medium veröffentlichen können. Er ist derzeit der beliebteste Alibijude für die antizionistischen Deutschen. Deshalb halten wir es weiterhin mit Karl Kraus und verbringen auch die nächsten Jahre damit, „den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen.

PS: Liebe TOP Berlin, ihr habt euch 10 Jahre verzweifelt an die deutsche Linke rangeschmissen und werdet dennoch als Antideutsche bezeichnet. Wir hoffen, es tut noch immer etwas weh.

PPS: Liebe WELT-Redaktion, sehr geehrte Frau Lühmann, was genau ist eigentlich ein israelischer Buchladen? Eine Buchhandlung die einzig und allein israelische Bücher verkauft ist das Topic bekanntlich nicht.

PPPS: Bei der Jewish Anti Fascist Action Berlin von „Nähe zur BDS-Bewegung“ zu sprechen ist unsererseits übrigens vorsichtig formuliert. Jutta Ditfurth nennt sie z.B. einen „BDS-Klon“ der dem „BDS ein linkeres Image verpassen“ soll.

Antideutsche Aktion Berlin im Juli 2017