Archiv für Januar 2017

Vom Teufel und vom Beelzebub

Deutschland zeigt sich in diesen Tagen wieder in all seiner Hässlichkeit. Wie Björn Höckes Rede in Dresden eindrucksvoll beweist, war es richtig im Mai letzten Jahres den Höcke-Sumpf in Bornhagen „Straight to hell“ zu wünschen. So weit, so schlecht.

Nur einen Tag später wird jedem, dem noch etwas an der Kritik der deutschen Verhältnisse liegt, eindrucksvoll bewusstgemacht, dass in Deutschland das Gegenteil von etwas Schlechtem nicht zwangsläufig das Bessere ist. Es hagelte Anzeigen verschiedener Personen und Politiker wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Höcke. Unabhängig davon, ob dies juristisch nun der Fall ist oder nicht lohnt sich ein Blick auf so manche, die sich jetzt mit einem solchen Schritt versichern auf der richtigen, also der linken und deutschen, Seite zu stehen.

Dazu gehört auch der Autor folgender Zeilen: „Unser Volk war die bereitwilligste Manövriermasse für die Kulturmonopolisten aus den USA. Derart intensiv ist kein Volk in Westeurropa jemals fremdbestimmt worden. (…) Das hier vorliegende Volksliederbuch ist in einer historischen Phase entstanden, die Geschichtsschreiber später wohl einmal als neuen nationalen Aufbruch bezeichnen werden. Der deutsche Wald, die Heimat können sich nur noch auf die Linke verlassen, sei sie nun rot oder grün oder am besten beides.

Zugegeben, das ist schon etwas länger her. Zur Fußball EM 2016 machte sich der Höckekritiker auf, eine Deutschlandfahne an sein Auto anzubringen um ein Zeichen gegen „antideutsche Intoleranz“ zu setzen. Gegenüber Xavier Naidoo, der ja schon mal bei Reichsbürgern singt, sieht er schon einmal eine „antideutsche shitstorm SA“ am Werk. Er selbst bezeichnet sich auch als „glühenden Verschwörungstheoretiker“ und findet, dass man sich auch „mit der Hamas solidarisieren können“ muss. Kurz: Wer braucht schon einen Höcke, wenn man einen Diether Dehm hat.

Doch auch das staatstragende Deutschland in Person von Sigmar Gabriel (SPD) reagiert selbstredend entsetzt. Höckes Statement zu seiner Dresdner Rede liest sich auf seiner Facebook Seite so: „Diese Fähigkeit, sich der eigenen Schuld zu stellen, zeichnet uns Deutsche aus.“ Ebenfalls auf Facebook schreibt Gabriel: „wir Deutschen haben uns mit diesen unvorstellbaren Verbrechen auf eine Art und Weise auseinandergesetzt, die uns auch bei denen Respekt eingebracht hat, denen gegenüber Deutsche schuldig geworden sind.“ Feel the difference.

Gabriel fährt fort und beweist, dass man in Deutschland immer den Teufel mit dem Beelzebub austreiben will: „Björn Höcke unterstellt, der Umgang mit unserer Nazi-Vergangenheit mache uns klein. Das Gegenteil ist richtig: Dass wir uns unserer Geschichte gestellt, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, war die Voraussetzung dafür, dass Deutschland weltweit respektiert wird. Björn Höcke verachtet das #Deutschland, auf das ich stolz bin. Nie, niemals dürfen wir die Demagogie eines Björn Höcke unwidersprochen lassen. Nicht als Deutsche, schon gar nicht als Sozialdemokraten.

Die Geschichte als „abstraktes Symbol“, als „Anstecknadel und Gesinnungsbrosche“ (Eike Geisel) die Deutschland wieder zu weltweitem Respekt (Sigmar Gabriel) verhilft, ist dabei nur die andere Seite der deutschen Medaille.

Antideutsche Aktion Berlin im Januar 2017