Archiv für März 2014

Mitschnitt: Lob der Kulturindustrie

Mit­schnitt der In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungLob der Kulturindustrie. Über Kunst, Kul­tur und die Wie­der­kehr des Im­mer­glei­chen“ mit Jan-Georg Gerber am 18. September 2012 in der Schank­wirt­schaft Lai­dak.

Von Bagdad nach Damaskus.

Eine Ver­an­stal­tung der Antideutschen Aktion Berlin
am Mittwoch den 2. April 2014 um 19:30 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin

Befreiung oder failed states?

März 2011, in der syrischen Stadt Daraa schrieben einige Kinder den Slogan „Das Volk will den Sturz des Regimes“ an mehrere Wände. Daraufhin wurden sie von den syrischen Sicherheitsbehörden verhaftet und gefoltert. Die sofortige Freilassung der Kinder war das Hauptanliegen für die ersten Proteste. Mitte März eröffneten die Sicherheitskräfte bei einer weiteren Demonstration das Feuer, mindestens vier Menschen verloren ihr Leben. Im Weiteren griffen die Proteste auf viele andere Städte in Syrien über. Drei Jahre, zwei UN-Beobachtermissionen, weit über drei Millionen Flüchtlinge, zehntausende Verhaftungen und 120.000 Tote später verhandelt die internationale Weltgemeinschaft nach wie vor über ein Ende der Gewalt.

Was einst als Aufstand gegen Baschar al-Assad begann ist in einem blutigen Bürgerkrieg geendet. Während die syrischen Sicherheitskräfte gemeinsam mit iranischen Revolutionsgardisten und libanesischen Hizbollahkämpfern brutal gegen die Opposition vorgehen, kämpfen die Aufständischen unter Führung der Freien Syrischen Armee gegen zwei Feinde und geraten immer weiter in die Defensive. Die zahlreich eingesickerten Al-Qaida-Terroristen verfolgen ihre eigene Agenda, wodurch die ethnischen und konfessionellen Konflikte innerhalb Syriens noch weiter aufbrechen.

März 2003, die Koalition der Willigen unter Führung der US-Amerikaner intervenierte im Irak. Es dauerte kaum sechs Wochen bis zur endgültigen Befreiung Bagdads. Nur ein Jahr später entsteht eine repräsentative irakische Übergangsregierung, doch der Bürgerkrieg ist kaum noch aufzuhalten. Die USA warfen vor allem dem Iran und Syrien vor, nichts gegen das Eindringen ausländischer Kämpfer zu tun. Die unzähligen Anschläge zwischen Sunniten und Schiiten forderten fast schon täglich Dutzende Menschenleben, während im Nordirak die kurdische Bevölkerung ihre Autonomie von Bagdad forcierten.

Nach dem endgültigen Abzug der amerikanischen Kampftruppen 2011 beruhigte sich die Lage nur kurzfristig. Die Spannungen zwischen den Schiiten und Sunniten führen immer wieder zu terroristischen Anschlägen. Der irakischer Ministerpräsident, Nuri al-Maliki, ehemaliger Leiter des so genannten Dschihad-Büro zur Koordinierung der Opposition gegen Saddam Hussein in Syrien, gilt vielen Sunniten als verlängerter Arm der verhassten Iraner. Maliki setzte in den oberen Rängen des Militärs und der Geheimdienste fast ausschließlich Schiiten ein, weshalb sich, im Kampf gegen die irakische Zentralregierung, immer wieder sunnitische Stämme den Al Qaida-Terroristen anschließen.

Ägypten, Tunesien, Libyen und Bahrain, der so genannte arabische Frühling hat bisher in keinem Land Früchte getragen. Der Versuch der Muslimbrüderschaft das neu entstandene Machtvakuum für sich aus zu nutzen, ist nicht nur in Ägypten gescheitert. Die alte Eliten kämpfen mit aller Macht um ihre Pfründe, marodierende Islamisten greifen Christen, Demokraten sowie Gewerkschafter an und beinahe allen gesellschaftlichen Akteuren gilt der Staat immer noch als persönliche Beute. Eine demokratisch gesinnte Opposition ist nur in wenigen Ländern aktiv, zumeist ist sie in der absoluten Minderheit.

Der Referent Thomas von der Osten-Sacken (Freier Publizist und Geschäftsführer von Wadi e.V.) spricht über die derzeitige Situation im Nahen Osten und analysiert die Auswirkungen des Sturzes von Saddam Hussein auf die umliegenden Länder.

Sabotiert Augstein.

Am Sonntag den 16. März 2014 um 10:30 Uhr
Im Filmtheater Union in der Bölschestraße 69, Berlin

Jeder in Deutschland fühlt sich verantwortlich für Schiller, für Goethe und für Beethoven, aber keiner für Himmler. Ein Großteil der Bevölkerung denkt wie Martin Walser. Ende. Zeit, Schluß zu machen, nur noch nach vorne schauen.“ Ignatz Bubis

Nur einer blieb sitzen, im Oktober 1998, bei der Entgegennahme des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche, während der Schriftsteller Martin Walser gegen „Auschwitz“ als „Moralkeule“ wetterte. Als verfolgte Unschuld fühle er sich, lies Walser die versammelte Prominenz wissen, weil kein Tag vergeht, an dem die nationalsozialistischen Verbrechen, „unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, sie uns nicht vorgehalten wird“. Er habe das Gefühl, daß oft „nicht mehr das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken.“ Über tausende Zuhörer applaudierten, stehend. Nur einer blieb sitzen. Ignatz Bubis, der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Wie in einem falschen Film. Bubis warf Walser berechtigter Weise „geistige Brandstiftung“ vor. Doch mit seiner Kritik stand er allein auf weiter Flur. Die deutschen Eliten dachten wie der alternde Schriftsteller. Deutschland kam langsam zu sich. Schon im Jahr 1995 entdeckte der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Freimut Duve die „Rampe von Srebrenica“. Deutsche Politiker halluzinierten ein zweites Auschwitz in Jugoslawien. Der bündnisgrüne Außenminister Joschka Fischer sprach 1999 von einem „neuen Auschwitz“ im Kosovo. Im Kriegsfall spricht das kollektive Unbewußte der Deutschen vollends Tacheles. Wenn die Opfer der Nationalsozialisten die selben Verbrechen begehen wie die Nationalsozialisten, verlieren die Taten ihre besondere Scheußlichkeit, wenn man schon den alten Verbündete in Palästina nicht direkt militärisch unter die Arme greifen kann, so dann wenigstens den ehemaligen albanischen Hilfstruppen. Der Clou: Eine einstmals deutsche Tat wird universell, Täter und Opfer beliebig austauschbar. Adolf Hitler wird letztlich international.

Einen Monat vor seinem Tod im Jahre 1999 äußerte sich Ignatz Bubis resigniert über seine Amtszeit als Vorsitzender des Zentralrates der Juden, beinahe gebrochen gab er zu Protokoll: „Ich wollte diese Ausgrenzerei, hier Deutsche, dort Juden, weghaben. Ich habe gedacht, vielleicht schaffst du es, daß die Menschen anders über einander denken, anders miteinander umgehen. Aber, nein, ich habe fast nichts bewegt. Die Mehrheit hat nicht einmal kapiert, worum es mir ging. Wir sind fremd geblieben.“ Auf dem Weg zur neuen deutschen Normalität sind die letzten Nörgler nur noch unnötiger Ballast.

Im Zweifel antisemitisch

Jakob Augstein macht Israel, das meistens als Synonym für die Juden genommen wird, zum Sündenbock für alles. Er läßt den Judenstaat in Anspielung auf die Weisen von Zion nach der Weltherrschaft greifen, Bluttaten verüben, die Welt in den Abgrund reißen und weitere reichlich kuriose Taten vollbringen.“ Rainer Trampert

Jakob Augsteins publizistisches Stahlgewitter ist die Fortsetzung Martin Walsers langjährigen Wirkens mit beinahe denselben Mitteln. Was für Walser Auschwitz war, ist für Augstein Israel. Ein Menetekel. Ein deutsches Menetekel, das man schleunigst hinter sich lassen muß. Es gilt den langen Schatten des Holocaust los zu werden, der deutschen Zukunft willen. Bei Augsteins deutsch-nationalistischen Fantasien dreht es sich „nicht um die Geschichte Deutschlands. Sondern um die Gegenwart der Welt“. Für den nächsten Anlauf deutscher Großmachtsambitionen sieht der Herausgeber der Wochenzeitschrift ‚Der Freitag‘ den ersten Schritt in der vollständigen Emanzipation von den USA und Israel. Ein Kukuckskind sucht neue Eltern.

Die spezielle Verbindung Deutschlands mit den USA und vor allem Israel ist das Resultat des alliierten Sieges über den Nationalsozialismus. Nichts weniger als die vollständige Annullierung der letzten alliierten Auflagen und die Revision der deutschen Israelpolitik ist Augsteins Ziel. Deshalb polemisiert er gegen die deutsche Waffenhilfe für Israel, phantasiert von dem jüdischen Weltfriedenssaboteur und behauptet das „die Regierung Netanjahu die ganze Welt am Gängelband“ führt. Mit Antisemitismus habe dies nicht zu tun, dies sei legitime Israelkritik, bezeugen seine zahlreichen Unterstützer. Dabei unterstellt Augstein pauschal, das allein Israel generell „an Frieden … kein Interesse“ hat. Wirft ihm vor es „brütet“ sich in Gaza „seine eigenen Gegner aus“ und setzt seit Jahrzehnten seine Interessen „ohne Rücksicht auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel“ durch, ohne auch nur ein Wort über die ständige Bedrohung des Landes zu verlieren.

Augsteins Darstellung von Israel ist von antisemitischen Stereotypen geprägt, beinahe manisch versucht er Israel, und den USA, all die Schuld am Elend dieser Welt zu unterstellen. Unverblümt narzisstisch schwingt sich hier der deutsche Angeklagte, wieder einmal zum Richter über seine Ankläger auf. Nicht nur für ihn gilt das Motto: Wir müssen uns beim Thema Antisemitismus von niemandem belehren lassen, erstrecht nicht vom Simon-Wiesenthal-Zentrum.

Keine Bühne für Antisemiten!

Man muß sich von der Vorstellung lösen, daß Antisemitismus ein normales Vorurteilssystem ist. Der Judenhaß ist Teil des kulturellen Codes vieler Menschen und gehört seit Jahrhunderten ungebrochen zum kommunikativen Gedächtnis der abendländischen Gesellschaft. Dagegen helfen oft weder Bildung noch Intelligenz.“ Monika Schwarz-Friesel

Am Sonntag, den 16. März, will Jakob Augstein im Filmtheater Union in Berlin-Friedrichshagen sein neuestes Propagandawerk mit dem Titel „Sabotage“ vorstellen. Wir sind der Meinung, was einmal in Hannover geklappt hat, kann auch in Berlin funktionieren. Deshalb rufen wir alle zivilgesellschaftlichen, antifaschistischen und antideutschen Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen auf, mit allen Mitteln, auf allen Ebenen den Auftritt des Top-Ten-Antisemiten Jakob Augstein zu verhindern.

Antideutsche Aktion Berlin im März 2014