It ain‘t our style.

Samstagvormittags in Ströbeles Wehrdorf. Zwei kleinere Personengruppen stehen sich in unversöhnlicher Feindschaft gegenüber. Es geht um Israel. Moral liegt in der Luft. Wackere Einzelkämpfer hoffen, unter Zuhilfenahme von schmissig formulierten Flugblättern, das Abschlachten im Nahen Osten zu beenden. Über Syrien natürlich kein Sterbenswörtchen. Auf der anderen Seite – frisch der Disco entschlüpft – die üblichen Verdächtigen. Und wie zu erwarten, es entwickelt sich das altbekannte Reiz-Reaktions-Schema: Israel-Fahne ausgepackt, verbaler Terror ausgelöst. Es bleibt die Erkenntnis: Was den Einen ihr Antizionismus, ist den Anderen ihr Philozionismus.

Ein paar Kilometer weiter sitzt der akademische Nachwuchs und büffelt intellektuellen Bockmist. Es gilt durch Anwesenheit zu glänzen. Besucher wie Referenten eint der Traum von einer Karriere im universitären Bereich. Die Inhalte sind völlig beliebig. Weshalb es auch nicht weiter verwundert, dass offene Räume nur einem eingeschränkten Publikum zugänglich sind. Erkenntnisgewinn dieses Wochenendes: Roswitha Scholz erkennt die doppelte Vergesellschaftung auch bei Männern an. Wir sind gespannt ob die gute Frau die richtige Konsequenz daraus zieht und all ihre Publikationen nachträglich einstampft.

Weder das akademischen Klassentreffen, noch die Fortsetzung des Raves mit anderen Mitteln, sind dazu geeignet „den Erfahrungsgehalt materialistischer und dialektischer Kritik zu entfalten“. Sie sind ein Zeichen dafür, dass man selbst gedächtnis- und wunschlos erstarrt ist. Anstatt sich kritisch zu entfalten, zementiert man nur die eigene Identität. Die Einen als zukünftige Akademiker, und die Anderen als politische Berufskomiker. Und das Beste kommt zum Schluß: Anstatt die eigene Dummheit wenigstens in der Niederlage zu erkennen, wird nun stattdessen laut nach einer besseren Struktur gerufen. Identitäre Narzisten organisieren? Darauf kennen wir nur eine Antwort. Bak Shalom, bitte übernehmen Sie!

Antideutsche Aktion Berlin im Dezember 2013