Archiv für September 2013

Etwas Schlimmeres als Krieg

Deutschland diskutiert, das macht es gern. Ernsthafte Konsequenzen aus dem Sprachabfall sind nicht sonderlich zu fürchten. Und wenn es um Krieg geht, ist das auch gut so. Krieg ist immer schlecht. Schon damals, als die Alliierten sich unverständlicherweise in die friedliche Übernahme Europas durch Deutschland einmischen mussten, wurde das als böswillige Intervention in die eigenen Belange empfunden. Weshalb man auch nicht davon lassen wollte, obwohl es ständig Bomben auf die eigenen Köpfe regnete.

Nun ist deutsches Giftgas irgendwo in der Wüste gegen unwertes Leben eingesetzt worden. Und deshalb soll deutsches Blut vergossen werden? Unisono schallt es aus allen politischen Ecken: Nein, niemals, das wäre falsch! Es würde womöglich unschuldige Menschen treffen. Nämlich Deutsche. Außerdem kann man ja nie wissen, was der verrückte Diktator und seine Verbündeten dann in Europa anrichten. Letztlich profitieren bekanntlich nur die Terroristen von Al Kaida. Die man nur dann unterstützen darf, wenn es gegen die USA geht.

Luftangriffe auf Krankenhäuser lassen uns keineswegs kalt. Wir sind moralisch tief getroffen. Aber vom Fernsehen weg bewegen, muss man sich deswegen auch nicht unbedingt. Außer es kommen neue Flüchtlinge in den Kiez. Dann muss man selbstverständlich mal nach dem Rechten schauen. Der Feind steht bekanntlich nur im eigenen Land. Aber wirklich helfen, das sollen dann doch lieber die Pfaffen und Sozialarbeiter übernehmen. Die haben Routine darin. Selbst ist man sich am nächsten, und wenn es wirklich sein muss, auch den Liebsten.

Deshalb votiert man bereitwillig für die Familienzusammenführung. Obwohl man vor diesen barbarischen Verhältnissen einst in die Großstadt-WGs floh. Die eigene Freiheit wiegt sehr schwer. Aber teilen will man sie nicht. Das würde ja ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Schließlich hat sich damit schon Barack Obama dieser Tage blamiert.

Antideutsche Aktion Berlin (ADAB) im September 2013