Archiv für November 2012

Islamophobie

Genese und Wirkung eines Kampfbegriffes

Eine Veranstaltung des Referats für Internationales
am Dienstag, 11. Dezember 2012 um 19 Uhr
im Raum 213 der juristischen Fakultät der HU Berlin

Schwere Zeiten für Kritikerinnen und Kritiker des politischen Islam. Wer Zwangsheirat und Kopftuchzwang in muslimischen Familien ablehnt, sieht sich gerne dem Vorwurf der „Islamophobie“ und des „antimuslimischen Rassismus“ ausgesetzt. Woher stammen diese Begriffe, durch die zum einen säkulare, emanzipatorische Kritik an islamisch begründeten Unterdrückungsstrukturen und Menschenrechtsverletzungen tabuisiert wird – und zum anderen der Blick auf ordinären Rassismus und ordinäre Fremdenfeindlichkeit, die sich auch, aber nicht nur gegen Muslime richten, durch eine Umdefinition zum „antimuslimischen Rassismus“ vernebelt wird? Wem nützt das?

Im Vortrag und in der anschließenden Diskussion soll der Unterschied zwischen linker, aufgeklärter Islamkritik und rechtspopulistischer Moslemfeindschaft näher beleuchtet und überlegt werden, wie den massiver werdenden Versuchen, Kritiker mundtot zu machen, begegnet werden kann. Thematisiert wird auch die oft unterschlagene Tatsache, dass der Islam in der äußersten Rechten mehr Freunde als Feinde hat.

Der Referent Klaus Blees arbeitet mit im Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.WeltSaar, das zur Zeit das Projekt „ILAS – Gegen islamischen Antisemitismus bei Flüchtlingen“ durchführt. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds kofinanziert. Dort werden Know-how gebündelt, Veranstaltungen organisiert, Initiativen vernetzt und Expertisen veröffentlicht wie zum Beispiel die vierseitige Flugschrift „Bye bye Multikulti – es lebe Multikulti“ (Auflage: 100.000) Er schreibt u.a. in Konkret, Jungle World, Phase 2 und in der Quartalszeitschrift Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ).