Archiv für Juli 2012

Damaszener Frühling

Wohin führt der Aufstand in Syrien?

Eine Veranstaltung der Antideutschen Aktion Berlin [ADAB]
am Donnerstag den 09. August 2012 um 19:30 Uhr
in der Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, Berlin-Neukölln

Die Situation in Syrien ist in den letzten 16 Monaten immer weiter eskaliert. Weit über 12.000 Tote sind den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen inzwischen zum Opfer gefallen. Doch die UN schaut nur zu. Die syrische Opposition ist gespalten, insbesondere in der grundsätzlichen Frage einer Intervention von außen gibt es keinerlei Annäherung. Die unmittelbaren Nachbarn Syriens reagieren mit großer Nervosität. Regionale Konflikte zwischen der Türkei sowie Saudi Arabien als selbsternannte Schutzmächte der Sunniten und dem Iran, der mit dem herrschenden Assad-Clan verbündet ist, weiten sich aus. Ethnische und konfessionelle Konfliktlinien innerhalb Syriens, wie z.B. zwischen den Kurden und den sunnitischen Arabern, erschweren die Konfliktlösung noch mehr.

In Deutschland solidarisieren sich linke wie rechte Antiimperialisten mit dem mörderischen Assad-Regime. Gleichzeitig bleibt eine breite Unterstützung der zivilen Opposition aus. Desinteressiert schauen alle in die Röhre während in Syrien die Opposition abgeschlachtet wird. Wen interessiert es schon, wenn in Syrien täglich Dutzende von Menschen getötet werden?

Wir haben drei Referenten eingeladen über die Umbrüche im Mittleren Osten, speziell in Syrien zu berichten:

Hannah Wettig
ist freie Journalistin und aktiv bei der Initiative adopt a revolution. Sie wird die Gesamtsituation in Syrien analysieren und für die Unterstützung der zivilen Opposition werben.

Siamend Hajo ist Mitglied bei der Berliner Gesellschaft zur Förderung der Kurdologie e.V. (BGFK) und schreibt u.a. für die Blätter des iz3w. Er wird über die Lage der Kurden innerhalb des Konfliktes berichten.

Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer des Verbandes für Krisenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit, Wadi e.V., und freier Publizist. Er wird über den gesamten Nahen Osten nach dem so genannten arabischen Frühling sprechen und einen Ausblick in die Zukunft werfen.

Moderation: Bernd Beier (Jungle World / jungle-world.com)

Unkostenbeitrag 3 Euro, ermäßigt 2 Euro

Redebeitrag vom 8. Juli in Insel

Hallo Dieter, Hallo Anita, Hallo Bernd, Hallo Berta,

dass wir, die Demonstranten, sie Scheiße finden, sollte Ihnen schon längst aufgefallen sein. Wie Scheiße wir sie finden, werden wir im folgenden Redebeitrag etwas näher erläutern.

Als Sie sich das erste Mal aufmachten, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, glichen Sie jenem hässlichen Lynchmob der im Mittelalter unter Gewaltandrohung Menschen aus dem Dorf jagte. Auch diese wussten damals schon: als eingeborene Inselaffen verteidigt man sein Revier mit harter Hand! Dass alle Menschen die gleichen Rechte haben, negierte nicht nur die ständische Gesellschaft, sondern auch die den Bewohnern anerzogene, ständige Angst vor dem Fremden, dem bis dato Unbekannten. Die dörfliche Idylle, nach der sich heute auch wieder viele Berliner oder Hamburger Biodeutsche sehnen, glich einem Gefängnis, wer rein durfte, aber noch viel wichtiger, wer nicht raus durfte, das bestimmte der Mob.

Die Dörfer waren Hochsicherheitstrakte in denen die ländliche Bevölkerung dahin vegetierte, ein Moloch aus stinkender Arbeit, ständigen Demütigungen und Hass auf jedes Leben jenseits der eigenen vier Mauern. Wo der gesunde Volkszorn wütet, schweigt der Verstand. Wo Zivilisation von den Franzosen mittels Waffengewalt der deutschen Bevölkerung aufgezwungen werden musste, dort regierte einst die Lust auf die Lynchjustiz, da es ihnen nie um Regeln innerhalb einer Gesellschaft ging, sondern immer nur um die barbarische Rache an denjenigen, die nicht der Norm entsprachen.

Heutzutage, nach dem erneuten Abzug der Alliierten, bricht sich dieses feudalistische Bedürfnis da und dort auf dem deutschen Lande wieder seine Bahnen. Sie, Bewohner von Insel, sind dafür das beste Beispiel. Die von Ihnen als öffentliche Moralpanik verpackten Angriffe auf das demokratische Rechtssystem, ihre Lust auf die Bestrafung zweier Menschen, die schon mit Knast bestraft wurden und die Ihnen persönlich nichts angetan haben, ist Ausdruck irrationaler Bedrohungsgefühle und der daraus abgeleiteten Strafwünsche, es ist der Ausdruck der Barbarei des Mittelalters.

Das Mittelalter wurde nach lange Kämpfen auch in Deutschland militärisch besiegt. Werte Bewohner von Insel, dies steht Ihnen nun abermals bevor! Die staatlichen Sicherheitskräfte werden solange im Dorf stationiert sein, bis Sie Ihr Anliegen, zwei Menschen zu lynchen, aufgeben. Wenn es sein muss, bleiben die Polizisten bis ans Ende ihrer Tage hier. Doch damit nicht genug, wir, Antifaschisten aus Sachsen-Anhalt und Umgebung, werden Ihnen auch dauerhaft auf die Pelle rücken. Wer Aufmerksamkeit haben möchte, der bekommt sie auch von unerwünschter Seite. So, wie Ihr anti-zivilisatorisches Aufbegehren die anti-zivilisatorischen Kräfte von Bismarck bis zur NPD anzog, so werden nun, nach der Landesregierung auch andere Demokraten durch Ihr Dorf schreiten.

Wollen Sie dies wirklich? Ihre Insel der Glückseligen ist dann nicht nur von zwei Neumitgliedern Ihrer Gemeinde bedroht, nein die Demotouristen aus den unzähligen autonomen Gruppen in diesem Land setzen dann Insel auf ihre Landkarte. Die Öffentlichkeit wird durch diese Entwicklung noch öfter über das Treiben hier berichten und die Polizei wird ein Hochsicherheitstrakt aus dem Dorf machen. Es könnte am Ende wahrlich so kommen, dass Sie, Dieter, Anita, Bernd und Berta sich bald so vorkommen, als wären sie gefangen. Als würde jeder Schritt von Ihnen beobachtet werden.

Am Ende, liebe Bewohner von Insel, verlieren Sie den Frieden und die Idylle, weswegen sie ja den beiden zugezogenen Männern seit Monaten die Hölle heiß machen. Und mal ganz ehrlich, uns macht es einen Riesenspaß ab und zu mal am Wochenende hier nach dem Rechten zu sehen.

In diesem Sinne, bis bald, Eure Antideutsche Aktion Berlin